Buchbindung

Studienarbeiten julia kulaga

Paula Schneider

Funktion

Lehrkraft für besondere Aufgaben

schneider@hfg-offenbach.de

T +49 (0)69.800 59-245 (Werkstatt)
​T +49 (0)69.800 59-106 (Büro)

Hauptgebäude, Raum 2a/2/114

Download

Das Buch als Möglichkeitsraum

Die Voraussetzung für die Entwicklung von künstlerischen und gestalterischen Buch- und Papierprojekten der Studierenden ist das Wissen um die technischen Möglichkeiten und die Größe des Spielraums in der Umsetzung. Material und die Verarbeitung eines Objektes/eines Kunstwerkes transportieren Informationen, weshalb im Prozess der Ideenumsetzung die richtige Form und das richtige Material erprobt und gefunden werden muss.

Um die vielfältigen Möglichkeiten kennenzulernen, die die Buchwerkstatt der HfG zu bieten hat, werden die Studierenden in Grundlagenkurse an die Handhabung der Maschinen und eine Bandbreite an verschiedenen Binde- und Verarbeitungstechniken herangeführt. Sie sind die Grundlage dafür, das Medium Buch weiterzudenken, gängige Formen zu brechen und in die jeweilige künstlerische und gestalterische Praxis in den verschiedenen Fachgebieten einzubeziehen. Das Buch, das heutzutage nicht mehr die Funktion des Informationsspeichers erfüllen muss, kann dadurch mehr denn je als Medium genutzt und weiterentwickelt werden. Es zieht seine Kraft, seinen Nutzen und Zauber daraus, dass es immer einen vielsinnigen Zugang hat.

Neben dem kognitiven Aneignen von Inhalt spielt der haptische Zugang sowie eine immer vorhandene zeitliche Komponente eine große Rolle. Das Buch ist immer ein Raum mit einer bemessenen, konstruierte Ausdehnung, der von den Rezipient_innen betreten werden kann. Die Gestalter_innen des Buches haben verschiedene Möglichkeiten, den Raum vorzudefinieren, Offenheit zuzulassen (z.B. ungebundene Buchform) und Wege/Sequenzen zu bestimmen.

Studienarbeiten julia kulaga 2

Projekte

  • Img 4973 2

    24 Stunden

    Arbeit von Laura Hilbert

  • Img 4954neu
  • Img 4958

24 Stunden

Arbeit von Laura Hilbert

aus dem Kurs »Zeit(er)zählen«

Projekt aus dem Wintersemester 2020/21

Das Buchprojekt umfasst insgesamt 24 Bücher, die jeweils eine Stunde des Tages visualisieren. Jede Seite der Bücher stellt eine Sekunde dar und ist entsprechend einer Seitenzahl mit der jeweiligen Zeit gekennzeichnet. Durch eine länger herausschauende Seite wird jede Minute markiert. An der Schnittstelle jeder Stunde zur nächsten lässt sich das Buch zu einem Kreis zusammensetzen, wodurch das Bild einer Uhr entsteht. Alle 24 Bücher könnten jedoch auch zu einer langen Buchkette chronologisch zusammengesetzt werden.

Die Bücher haben verschiedene Anwendungsmöglichkeiten. Zum einen bieten sie die Möglichkeit ,Momente und Erlebnisse, an eine bestimmte Uhrzeit gebunden, schriftlich oder bildlich, festzuhalten, da jede Sekunde des Tages als Seite vorhanden ist. Damit werden Erlebnisse nicht wie gewöhnlich nach ihrem Datum sortiert, sondern nach ihrer Uhrzeit. Über eine langen Zeitraum gesehen können sich hierdurch interessante Zeitabläufe sammeln. Was passiert häufiger nachts und was tagsüber, welche Gedanken kommen eher nachts und welche tagsüber, in welchem Zeitabschnitt ist am meisten notiert und in welchem noch nichts? Und so weiter.

 Zum anderen können die Bücher als eine Art Stoppuhr oder Timer verwendet werden. Die Seiten zu blättern dauert in etwa so lange wie die jeweilige Zeitangabe auf den Blättern. Ist der zu messende Ablauf abgeschlossen muss nur die Zeit auf der aktuellen Seite abgelesen werden. Eine gewisse Ungenauigkeit im Sekundenbereich ist hierbei zu erwarten. Der Buchrücken kann mit dem aufgedruckten Lineal als Werkzeug zum Messen von Gegenständen verwendet werden. Der gemessene Wert kann anschließend auf der Seite vermerkt und ggf. zum besseren Wiederfinden mit einem Post-it versehen werden, somit ist das Buch Maßband und Notizheft zugleich.

Neben sinnvollen Tätigkeiten stellen die Bücher auch Spielzeuge zum Zeitvertreib gegen Langeweile dar. Ob als Ringe zusammengesetzt oder unverbunden bieten die Bücher zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten.

  • Img 49202

    24 Stunden

    Arbeit von Laura Hilbert

  • 20210501 104006neu
  • 20210501 104502
  • Img 49242

24 Stunden

Arbeit von Laura Hilbert

News

Img 7727
vor 6 Monaten

Fest: Eine Dokumentation aus dem Labor Kunst

Die Dokumentation »Fest. Ausgehärtet, abgebunden, verfestigt« präsentiert eine Auswahl von Arbeiten aus den Materialien Ton, Harz, Glas und Zucker, die im Labor Kunst an der HfG Offenbach (Leitung: Merja Herzog-Hellstén) entstanden sind.