Rundgangpreise 2021

vor 1 Monat
Presse

Zum 23. HfG-Rundgang wurden im Rahmen der Eröffnungsfeier zehn Preise vergeben.

Wir gratulieren allen Preisträger_innen und möchten uns bei den Preisstifter_innen und Jurys bedanken!

Rundgangpreis 2021 der Frankfurter Künstlerhilfe

vor 1 Monat

Die Künstlerhilfe Frankfurt e. V. hat in diesem Jahr an der HfG Offenbach zum achten Mal im Fachbereich Kunst einen mit 3.000 Euro dotierten Rundgangpreis ausgelobt. Jurorin war Christiane Cuticchio (Kuratoriumsmitglied Frankfurter Künstlerhilfe).

Der Preis geht an Leif Horns für »New Romantic«.

Jurybegründung

Auf acht Blättern Transparentpapier zeichnet Horns, virtuos mit Bleistift, verschiedene Ansichten von Bäumen und eine kleine Tierszene in der Manier romantischer Vorbilder. Die Bilder wirken zeitlos, geheimnisvoll und stellen zugleich Schönheit und Verletzbarkeit der Natur dar.

Preisverleihung hires 7077

v.l.: Jörg Schiele, Christiane Cuticchio, Leif Horns

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils

Rundgangpreis für Bewegtbild und Digitale Medien der Johannes Alexander Schroth Stiftung

vor 1 Monat

Die Johannes Alexander-Schroth Stiftung hat 2021 zum ersten Mal einen Preis für Bewegtbild und Digitale Medien ausgeschrieben. Dotiert ist der Preis mit 3.000 Euro.

Die Jury bestand aus

  • Svetlana Svyatskaya (Referentin für Film, visuelle Medien und Digitalisierung/ Stadt Frankfurt)
  • Ellen Harrington (Direktorin Deutsche Filminstitut und Filmmuseum)
  • Daniel Urban (Autor/Komponist)
  • Jan Tussing (Hessischer Rundfunk Kultur)

Der Preis wurde geteilt und geht an:

Evelyn Roh für »Waldeinblick«

und

Svetlana Mijic für »Until«

Jurybegründung

Wir sind von allen elf Arbeiten der Studierenden beeindruckt, die sowohl auf technischer wie auch auf konzeptioneller Ebene überzeugen und aktuelle Themen unserer turbulenten Zeit aufgreifen.  Fast alle Arbeiten beschäftigen sich mit sehr persönlichen Reflexionen zu Themen wie Einsamkeit, Entfremdung aber auch digitaler Vernetzung, zu der uns die Coronapandemie gezwungen hat.  Hier stechen zwei Positionen besonders hervor: Sowohl die Arbeit von Evelyn Roh als auch von Svetlana Mijic konnten uns mit ihren verspielten und poetischen Betrachtungen überzeugen, sodass wir den Rundgangpreis Bewegtbild der Schroth-Stiftung zwischen den beiden aufteilen möchten. 

Beeindruckt sind wir von Evelyn Rohs Videocollage »Waldeinblick«, die sie ortspezifisch am Ende eines Treppenaufgangs in der HfG eingepasst hat. Roh gewährt uns einen sehr persönlichen Einblick in ihre Lebenswelt, indem sie uns private Handyclips ihrer Flöte spielenden Mutter genauso präsentiert wie Found Footage von Videoclips, die in Coronazeiten die Runde gemacht haben um die Empfänger_innen aufzuheitern. Roh orchestriert stilsicher und spielerisch unterschiedliche digitale Formate und schafft mit ihren überlagerten Projektionen eine sinnstiftende Komplexität. Dadurch entsteht eine Gesamtkomposition, die sich durch eine persönliche und erfrischend neue Bildsprache auszeichnet. 

In ihrer 9-Kanal-Installation collagiert Svetlana Mijic eine Auswahl aus Bildern öffentlicher Kameras, die sie im Zeitraum zwischen März 2020 und April 2021 aufgenommen hat. Die sonst touristisch überfüllten Plätze, Straßen und Strände Europas werden zu leeren Bühnen, auf denen sich nur gelegentlich etwas abspielt und so einen Kontrast zu unserer sonst reizüberfluteten Welt bildet. Die poetische Choreografie der Bilder lässt uns ähnlich niederländischen Wimmelbildern Situationen entdecken und erschafft Zusammenhänge, die die Zuschauer_innen mit eigenen Bedeutungen füllen kann. Der voyeuristische Blick durch öffentliche Kameras wird hier zu einem Fenster zur Welt. Das Resultat ist ein Werk, welches unserer aktuellen Zeit entspringt und gleichzeitig zeitlos ist. 

Preisverleihung hires 7090

v.l.: Evelyn Roh, Svetlana Mijic für »Until«

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils

HfG Fotoförderpreis der Deutsche Börse Photography Foundation

vor 1 Monat

Der HfG Fotoförderpreis der Deutsche Börse Photography Foundation ist 2021 zum 11. Mal für eine künstlerische fotografische Arbeit ausgeschrieben worden, die während des 23. HfG-Rundgangs ausgestellt wurde. Der Jury gehörten die renommierte Fotografin Barbara Klemm und die Direktorin der Deutsche Börse Photography Foundation, Anne-Marie Beckmann, an.

Mit dem mit 3.000 Euro dotierten HfG Fotoförderpreis der Deutsche Börse Photography Foundation ausgezeichnet wurde Lena Bils für »Siedlung Westhausen«.

Die Jurybegründung

Für Ihre Serie »Siedlung Westhausen« besuchte Lena Bils die gleichnamige Wohnsiedlung aus den späten 1920er Jahren, die, der Idee des Bauhauses folgend, aus sehr gleichförmigen und schlicht gestalteten Häusern besteht. Deren farblich wechselnden Fassaden dienen jedoch in Bils Arbeiten lediglich als Kulisse für die von ihr aus dem dort vorgefundenen Sperrmüll geschaffenen und abfotografierten Skulpturen. Gleichzeitig spielerisch und behutsam setzt sie ausrangierte Gegenstände des Haushalts wie Schubladen, Sonnenschirme oder Bilderrahmen zusammen und haucht ihnen in ihrer neuen Funktion als Teil ihrer Kunstwerke – wenn auch nur für einen kurzen Moment – neues Leben ein. Denn sobald Lena Bils ihre neugeschaffenen Objekte fotografiert hat, wurde jedes gefundene Teil wieder an seinen Platz zurückgebracht um dann von einem neuen Besitzer mitgenommen oder gänzlich entsorgt zu werden. Die in Bils Fotografien gezeigten Skulpturen erzählen somit nicht nur von den Bewohnern der Siedlung Westhausen, sondern auch vom Kreislauf der Dinge und der Vergänglichkeit des Lebens. Ihre Titel beziehen die einzelnen Aufnahmen aus denen der jeweils integrierten Bücher. Mit dieser poetischen Alltagsbeobachtung ebenso wie mit der ihrer Großmutter gewidmeten großformatigen Arbeit »Wo ist Emmi?« hat Lena Bils die Jury überzeugt.

Deutsche Börse Photography Foundation

Die Deutsche Börse Photography Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt. Die Schwerpunkte der Stiftungsaktivitäten liegen im Bereich Sammeln, Ausstellen und Fördern von zeitgenössischer Fotografie. Im Jahr 1999 hat die Gruppe Deutsche Börse mit dem Aufbau ihrer Sammlung zeitgenössischer Fotografie begonnen. Der weitere Ausbau der Art Collection Deutsche Börse, die aktuell mehr als 1.700 Arbeiten von über 120 internationalen Künstlern umfasst, gehört zu den zentralen Aufgaben der Stiftung. Die Sammlung und ein wechselndes Ausstellungsprogramm sind öffentlich zugänglich. Weitere Schwerpunkte sind die Nachwuchsförderung, die Unterstützung von Ausstellungsprojekten internationaler Museen und Institutionen sowie der Ausbau von Plattformen für den wissenschaftlichen Austausch über das Medium. Gemeinsam mit der Photographers' Gallery in London vergibt die Foundation jährlich den renommierten Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Die Ausstellung mit Arbeiten der vier Finalisten des „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2017“ sind aktuell noch bis 17. September im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main im MMK3 zu sehen.

Mehr Informationen finden sie unter www.deutscheboersephotographyfoundation.org

Preisverleihung hires 7104

v.l.: Anne-Marie Beckmann, Lena Bils

HfG Offenbach/Jens Balkenborg

Rundgangpreis für Malerei und Zeichnung der HaackSchubert Partnergesellschaft

vor 1 Monat

Der von HaackSchubert Partnerschaftsgesellschaft mbB gestiftete Rundgangpreis für Malerei und Zeichnung wird 2021 zum ersten Mal ausgeschrieben. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Jury

  • Anita Beckers (Galeristin)
  • Eugen El (Journalist und HfG-Alumnus)
  • Franziska Nori (Direktorin Frankfurter Kunstverein) 
  • Marcus Haack (Partner bei HaackSchubert Partnerschaftsgesellschaft mbB)

Der Preis wird geteilt und geht an Sonja Rychkova und Jones Hall. Eine lobende Erwähnung spricht die Jury für das künstlerische Werk von Marlon Jerome Hesse aus.

Jurybegründung

Es war uns eine Ehre und auch eine Freude, die Bewerbungen für den Rundgangpreis Malerei und Zeichnung zu sichten. Wir waren beeindruckt, ja überwältigt von der künstlerischen Diversität und der durchgehend hohen Qualität der insgesamt 25 Positionen. 

Diese geballte Bandbreite stellte uns vor eine schwierige Entscheidung. Gern hätten wir alle jungen Künstler_innen für ihre engagierte und couragierte Arbeit ausgezeichnet, denn alle 25 Kandidat_innen verdienen Anerkennung. Doch wir mussten uns entscheiden, und dabei kristallisierten sich zwei Positionen heraus.

Wir verleihen den diesjährigen Rundgangpreis Malerei und Zeichnung an Sonja Rychkova und Jones Hall. 

Sonja Rychkovas großformatige, figurativ-monochrome Gemälde demonstrieren eindrücklich das Talent und die Beobachtungsgabe der im 3. Semester bei Professor Heiner Blum studierenden Künstlerin. Ihr fotografisches Auge vermag es, prägnante visuelle Eindrücke in Malerei zu übersetzen.

Jones Halls ebenfalls großformatige Folien mit gestisch aufgetragener schwarzer Farbe offenbaren nicht nur eine malerische, sondern beim näheren Hinsehen auch eine objekthafte und erzählerische Qualität. Der im 7. Semester bei Professor Gunter Reski studierende Künstler übersetzt sprachliche Eindrücke aus der Außenwelt in eindrückliche, schlüssig wirkende Bildwerke. 

Die Jury möchte darüber hinaus das besondere künstlerische Werk von Marlon Jerome Hesse in seiner Kontinuität und kreativen Kraft hervorheben.

Preisverleihung hires 7116

v.l.: Jones Hall, Sonja Rychkova

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils

Rundgangpreis für Bühnenbild und Szenischer Raum

vor 1 Monat

Der von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gestiftete Rundgangpreis für Bühnenbild und Szenischer Raum ist 2021 zum dritten Mal ausgeschrieben worden. Der Preis richtet sich an Studierende der Fachrichtung Bühnenbild und Kostümbild.

Dotierung: 2.500 Euro

Jury

  • Adriane Westerbarkey (Kostümrealisierung)
  • Ulrich Kassburg (Vorstand der Sparkasse Offenbach)
  • Esther Boldt (freie Theaterkritikerin)
  • Der Preis geht an das Projekt »Tension«.

Jurybegründung

Wir sind begeistert von der Vielfalt und von der Qualität der 15 künstlerischen Arbeiten, die wir begutachten durften. Unter ihnen waren raumgreifende Installationen ebenso wie diskrete, präzise gearbeitete Werke. Unter ihnen waren Arbeiten von Einzelkünstler:innen wie von Kollektiven, die unter anderem Lehm und Laserstrahlen verarbeiteten, Plexiglas und Holz. Die Grenzen künstlerischer Disziplinen wurden dabei scheinbar selbstverständlich permanent überschritten. Viele Arbeiten waren überzeugend, stimmig, politisch engagiert und im besten Sinne herausfordernd.

Das alles hat uns die Entscheidung nicht leicht gemacht! Am längsten und am intensivsten aber haben wir über »tension« diskutiert. Neun Künstler_innen bringen in »tension« Musik, Fotografie und Performance ganz buchstäblich an einen Tisch, an einen langen Arbeitstisch nämlich. Ihr Zusammenspiel wird hier per Software in Licht übersetzt, das sich wiederum, ganz analog, in Fotopapier einschreibt und schließlich eine Art Bild oder Score produziert. Uns hat überzeugt, wie umfassend hier Performance, Konzert und Ausstellung zusammengedacht werden, wie die verschiedenen Künste in Dialog treten und aus vielen Organismen ein gemeinsamer Organismus, ein gemeinsamer Prozess wird. Eine beeindruckende Leistung und eine beeindruckende, durch und durch preiswürdige Arbeit! Herzlichen Glückswunsch.

Preisverleihung hires 7133

v.l.: Raphaël Languillat, Felix Pape, Agnes Storch-Pape, Paul Pape

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils

HfG-Rundgangpreis der FAZIT-Stiftung: Grafikdesign/Illustration

vor 1 Monat

Die FAZIT-Stiftung fördert Wissenschaft, Forschung, Bildung und Erziehung durch die Vergabe von Stipendien und Preisen. Zum 8. Mal wird im Rahmen des Rundgangs 2021 der Preis der FAZIT-Stiftung im Schwerpunkt Grafikdesign/Illustration verliehen. 

Jury

  • Dr. Eva Linhart (Kuratorin Buchkunst und Grafik /Museum Angewandte Kunst)
  • Stefan Weil (Chief Creative Officer/Atelier Markgraph)
  • Silke Hohmann (Monopol/Art Kaleidoscope)

Mit dem Preis mit 2.500 Euro dotierten Preis ausgezeichnet wurde Marieke Schuhmann für »REALITY CHECK«.

Die Jurybegründung

Marieke Schuhmann hat mit ihrem Projekt REALITY CHECK eine sehr eigenständige Bildsprache gefunden.

Uns hat überzeugt, dass ihr thematischer Zugang am Anfang des Projekts stand: Die Fragestellung, wie unsere veränderten Kommunikationsformen unser Leben verändern und in unser Leben eingreifen. Aus dieser Fragestellung heraus hat sie Interviews geführt, freie künstlerische Bilder erzeugt und aus Texten und Bildern ein Magazin entwickelt. 

Das Sujet Mensch und Digitalität greift sie auf, indem sie mit dem Tablet eine nahezu analoge Ästhetik hervorbringt, die sich stark auf klassische figurative Malerei bezieht. Von der malerischen Nachahmung der Wirklichkeit verdichtet sich ihre Bildsprache hin zu einer postrealen Collage. 

Das Bild hat hier die redaktionelle Hoheit inne, jedes Motiv ist ein Statement. Intuitives und konzeptionelles Herangehen finden im produktiven Wechsel statt.

Dass sie ihre zeitgenössische kritische Reflektion der Digitalisierung der Welt und des Miteinanders innerhalb des digitalen Mediums austrägt, überwindet alte Hierarchien.

Jurystatement

Wir waren angenehm überrascht von der großen Vielfalt und der Qualität der verschiedenen Arbeiten. Marieke Schuhmann hat uns allerdings überzeugt durch ihre moderne, digital geprägte Auffassung. Eine Arbeit, die einen gesellschaftlich relevanten Diskurs austrägt, und zwar innerhalb des Mediums, mit dem sie sich kritisch auseinandersetzt. Reality Check im besten Sinne.

Preisverleihung hires 7150

Marieke Schuhmann

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils

Rundgangpreis für Kunsttheorie der Schleicher-Stiftung für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit

vor 1 Monat

Die Schleicher-Stiftung hat den Theoriepreis im Fachbereich Kunst 2021 zum dritten Mal ausgelobt. Das Preisgeld ist durch die Förderung der Schleicher-Stiftung seit 2018 für die kommenden zehn Jahre gesichert und würdigt jährlich die beste schriftlich-theoretische Diplomarbeit aus dem Fachbereich Kunst.

Jury

Diplomkonferenz Fachbereich Kunst

Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert und geht an Miriam Steinmacher für ihre theoretische Diplomarbeit (Betreuung: Prof. Dr. Juliane Rebentisch)

Begründung

Ihre Theoriearbeit beginnt Miriam Steinmacher mit dem Mythos der Berggöttin Echo, der ihre eigene Stimme geraubt wird. Echo kann sich nach diesem Raub lediglich dadurch ausdrücken, dass sie die Stimmen anderer zurückwirft. Während der Mythos aus Ovids Metamorphosen einen Normalzustand voraussetzt, in dem die Heldin die Macht zum souveränen Sprechen besaß, wird gerade die zum Wiederholen anderer verdammte Echo bei Miriam Steinmacher zum Sinnbild für alle Sprechenden. Wir alle sind keine Souveräne unserer Sprache. Wir alle werfen die Stimmen anderer zurück; wir alle sind Medium für das, was sich in der Sprache spricht; für Bedeutungen und Konventionen, die wir nicht selbst verursacht haben. Wir müssen deshalb versuchen, in und durch die ursächliche Alterität der Sprache hindurch unseren „eigenen“ Ausdruck zu finden. Das aber kann gelingen. Denn in der Wiederholung, in der zeitlichen Lücke, zwischen fremder Stimme und Echo, so Miriam Steinmacher, besteht die Möglichkeit der Reflexion, in der Wiederholung in anderen Kontexten die der Verschiebung. So findet bereits Ovids Echo ihren Ausdruck darin, dass sie nicht alle, sondern nur ausgewählte Wörter zurückgibt und dadurch ihren Sinn verändert, ja, verkehrt. Der von Illustrationen zu ihrer ebenfalls beeindruckenden praktischen Diplomarbeit unterbrochene Text von Miriam Steinmacher hat uns sehr überzeugt. Er ist selbst ein herausragendes Beispiel für die Weise, wie die theoretischen Stimmen berühmter anderer so wiederholt werden können, dass sie zum eigenen Ausdruck werden.

Design meets ... Rundgangpreis des Kunstgewerbevereins Frankfurt am Main e.V.

vor 1 Monat

Der Rundgangpreis des Kunstgewerbevereins Frankfurt am Main e.V. ist unter dem Motto »Design meets ...« 2021 zum dritten Mal im Fachbereich Design ausgeschrieben worden. Eingereicht werden konnten Arbeiten und Projekte, die mit einer besonderen Innovationskraft Design mit einem weiteren großen Thema verbinden

Jury

  • Ulrike Müller (Vorstand Kunstgewerbeverein)
  • Katharina Pennoyer (Grafikdesignerin, Alumna der HfG)
  • Anette Lang (Produktdesignerin)

Das Preisgeld beträgt 1.500 Euro und wurde in der Kategorie Design meets mobility vergeben an: Annika Storch für LINE 39.

Jurybegründung

Die Arbeit überzeugt durch das ausgereifte Konzept, die hervorragende Ausführung und die gelungene Präsentation. Ihr Thema 1,5 m Sicherheitsabstand sichtbar machen nimmt Bezug auf die Problematik, in Pandemie-Zeiten Distanz zu halten. Mithilfe von Digitaltechnik (Kinect) erzeugt Annika Storch über Infrarot Bilder interaktiv Bewegungsmuster von Personen auf äußerst ästhetische Weise.

Die Bewegung markiert durch die Veränderung des Linienrasters auf eine sehr poetische Weise den Schutzbereich von Personen. Sie signalisiert den 1,5 m Abstand, indem sich das Linienraster wie ein Schutzring um die jeweilige Person verdichtet. Auf spielerische Weise verinnerlicht man den Sicherheitsabstand. Dies fördert Vertrauen und Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum.

Preisverleihung hires 7171

v.l.: Ulrike Müller, Annika Storch

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils

DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender

vor 1 Monat

Auch in diesem Jahr wurde wieder der seit mehr als zehn Jahren vergebene DAAD-Preis im Rahmen des Rundgangs vergeben. Der Preis soll dazu beitragen, den großen Zahlen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen Gesichter zu geben und sie mit Geschichten zu verbinden. Die Mittel stammen vom Deutschen Akademischen Austauschdienst in Bonn (DAAD). Den mit 1.000 Euro dotierten Preis erhält 2021 Julia Andalaft, Studentin im Fachbereich Design.

Begründung

Julia Andalaft wurde 1993 in São Paolo/Brasilieb geboren, studierte dort BWL und Produktdesign, bevor sie 2015 nach Deutschland kam. Innerhalb von zwei Jahren eignete sie sich mit Stationen in Mainz, Ludwigsburg und Marbach am Neckar ausgezeichnete Deutschkenntnisse an. Seit 2018 studiert sie an der HfG Offenbach mit Schwerpunkt im Industriedesign und ist seit Sommersemester 2021 zudem gefragte Tutorin am Design Institute of Technology.​​ Mit ihrem Umzug von Brasilien nach Deutschland und ihrem Studium an der HfG Offenbach liefert Julia Andalaft ein klares Bekenntnis zur HfG, sowie generell zur Designausbildung in Deutschland. Seit Beginn ihres Studiums ist sie eine sehr engagierte, zuverlässige und hilfsbereite Studentin, die sich durch ihre vielfältigen und herausragenden Arbeiten im Bereich Design auszeichnet. Sie überzeugt durch ihre Fähigkeit, Herausforderungen anzunehmen und anzugehen und setzt sich zukünftige internationale Ziele und Aufgaben als Designerin. 

Preisverleihung hires 7179

Julia Andalaft

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils

Rundgangpreis für Awareness und Empowerment

vor 1 Monat

An der HfG ist zum fünften Mal der Awareness-Preis ausgeschrieben worden. Für alle Fachbereiche offen, konnten Arbeiten eingereicht werden, die sich inhaltlich, strukturell, formal, theoretisch, ästhetisch und/oder politisch mit dem Thema Gleichstellung und Diversität auseinandersetzen. Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde von einer unabhängigen Jury vergeben.

Jury

  • Deborah Krieg (Bildungsreferentin, Bildungsstätte Anne Frank)

Der Awareness- und Empowermentpreis 2019 wird unter zwei Preisträgerinnen aufgeteilt: AG Präsidium Südosthessen und »Tatjana« von Marta Yankovska und Deniz Kilicarslan. Preisgeld: je 1.000 Euro

Jurystatement

Der Awareness Preis stellt die Frage, wie präsent das Thema Gleichstellung an der Hochschule ist, wo mögliche Probleme existieren und wie man sie angehen könnte, inwieweit Studierende die Kunst auch als politisches Mittel anerkennen, wo sich im Arbeitsalltag Sexismen und Rassismen einschleichen und wie man diese Diskriminierungen bekämpfen kann.
Der Awareness Preis möchte eine stetige Diskussion über den Themenkomplex »Gleichstellung« anregen, der zu einem strukturellen Umdenken an der Hochschule führen soll. (Quelle homepage)

Die Themen der in diesem Jahr eingereichten Werken waren vielfältig: Feminismus, Rassismus, Antisemitismus, Heteronormativität, Sexismus, Gender und intersektionale Verwobenheiten; Körperregime, Othering, Ausschluss, Diskriminierung sowie individuelle, strukturelle und epistemische Gewalt.

Gemeinsam war den Werken die Auseinandersetzung mit Vulnerabilität Empowerment Widerständigkeit Solidarität und Miteinander.

Ebenso war es Ihnen gemeinsam, dass sich die Künstler:innen als Individuen, mit ihren Erfahrungen und Persönlichkeiten eingebracht haben und sichtbar wurden.
Ich danke allen für ihre große Offenheit im Gespräch und ihre sorgsamen, kritischen und bewussten Beiträge zu wichtigen und herausfordernden gesellschaftlichen Diskursen.

Awareness meint Wahrnehmung, Gewahr-Werden, Bewusstsein und Achtsamkeit. Damit beschreibt es einen Prozess des Lernens, des Schärfens der eigenen Sensorik, der Entwicklung und Reflexion von Haltung und Handlung. Gleichzeitig umschreibt es die Forderung nach sensibler und kritischer Reflexion von Gesellschaft mit dem Fokus von Gleichwertigkeit, Würde und Gerechtigkeit.

Der Awareness-Preis wird von einer Jury vergeben. Eine Jury soll, als eine Versammlung von Expertisen, Perspektiven austauschen und abwägen, einen Konsens entwickeln oder Dissens in Kompromisse gießen.

Aufgrund der besonderen Situation in diesem Jahr bin ich nun als eine Ein-Personen-Jury herausgefordert. Meine (politische) Sozialisation, als Schwarze Frau in Deutschland, als Historikerin, als pädagogisch Tätige – und vieles mehr – hat meine Wahrnehmung, mein Bewusstsein, meine Sicht auf Notwendigkeiten und Herausforderungen geprägt und geformt.
Es ist aber eben nur eine einzige, individuelle Sicht auf die eingereichten Werke, ohne Bereicherung oder Korrektiv durch weitere Perspektiven. So fehlen mir beispielsweise auch die Erfahrungen als Kunstschaffende.

Aus diesem Grund möchte ich diese individuelle Perspektive explizit nicht über diejenige der Künstler_innen erheben und eine hierarchisierende Beurteilung ihrer Beiträge aussprechen. Ich kann und möchte ihnen nur meine Perspektive zur Seite stellen. Gerade der in allen Werken wesentliche Aspekte von Solidarität, Allyship und Verschwisterung widerspricht – teilweise so auch ausdrücklich formuliert – dem Gedanken der Konkurrenz.

Das hat es mir außerordentlich schwer gemacht Kriterien für eine Vergabe zu finden und ich hätte diese tatsächlich gerne ganz vermieden. Dennoch bedeutet der Preis neben einer Würdigung auch eine Förderung. Ich habe mich deshalb entschieden den Preis an zwei laufende Prozesse zu vergeben:

»Tatjana« von Marta Yankovska und Deniz Kilicarslan und die AG Präsidium Südosthessen, vertreten durch Jana Bleckmann, Paul Hanauer und Mona Nguyen

Das intergenerationelle Filmprojekt »Tatjanaq habe ich als Prozess des reclaiming von Sichtbarkeit, Deutungshoheit, Würde und Individualität erlebt. Ausgehend von der Frage nach Feminismus öffnen sich neue Themenkomplexe wie die Gegenwart und Vergangenheit von Diskriminierung, Antisemitismus, weiblichen Kämpfen, von Trauma, Gefühls-Erbschaften, Strategien des (Über)Lebens und der Selbstbehauptung. Die fortdauernden Generationengespräche fordern die singlestories der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft über sich selbst heraus und füllen wichtige Leerstellen.

Die Interventionen der AG Präsidium Sudosthessen fordern sich selbst, die Universität und Gesellschaft zum offenen, kritischen Diskurs auf. In der Spannung zwischen De-Thematisierung, kultureller Nivellierung und Reviktimisierung, betreten sie bewusst Dilemmata:

  • in Form einer aktiven, konsequenten und anstrengenden Praxis des Verlernens und Neubewertens
  • in Anerkennung des Korrektivs von Betroffenen-Perspektiven und der Notwenigkeit der kritischen

Reflexion des eigenen Handelns thematisieren sie strukturellen Rassismus, institutionelle Diskriminierung, sekundäre Viktimisierung und Gewalt durch Polizeibehörden. Und stellen (sich) gleichzeitig die Frage nach Rolle und Bedeutung von Kunst und Kunstschaffenden im Diskurs.

Ich bedauere sehr, dass ich heute nicht persönlich anwesend sein kann – aber ich möchte abschließend allen, die in diesem Jahr am Rundgang teilnehmen eine Auseinandersetzung mit den eingereichten Werken/ Interventionen, sowie Gespräche mit den Künstler_innen ans Herz legen und sie zu einer (fortgesetzten) Beschäftigung mit ihren herausfordernden und wichtigen Themen und Perspektiven einladen.

Preisverleihung hires 7197

v.l.: Marta Yankovska, Mona Nguyen (stellvertretend für die AG Präsidium Südosthessen)

Foto: HfG Offenbach/Lena Bils