Labor Kunst

Seit 2017 ist Merja Herzog-Hellstén als Lehrkraft für besondere Aufgaben neben Ihrer Lehrtätigkeit auch mit dem Auf- und Ausbau des Labor Kunst betraut.

Das Labor Kunst soll die Umgebung zur Förderung und Entwicklung der gestalterischen Fähigkeiten im dreidimensionalen Bereich bereitstellen und ganz konkret der Vermittlung diverser künstlerischer Praktiken zur Umsetzung und Realisation von künstlerischen Konzepten dienen. Dabei bilden zunächst die bereits existierenden Bereiche Holz und Mixed Media gemeinsam mit den im Aufbau begriffenen Bereichen Keramische Bildhauerei und 3D Druck den vorläufigen Kern der Werkstätten. Im Rahmen Ihrer Lehrtätigkeit führt Merja Herzog-Hellstén Studierende mit variierenden Semesterkursen zu Themen der Raumeinnehmenden Gestaltung in die Werkstätten ein.

Lehrbeauftragter

Joachim Großhans

Lehre (Geleitsstr. 103)

  • Keramik, Mixed Media, UG
  • Holzwerkstatt, EG
  • 3D-Druck und Büro, 1. OG

Form

Wer Formen formt, lässt Raumkörper entstehen. Eine 360°-Begegnung mit dem sichtbaren Gegenüber wird möglich. Die Wahrnehmung von Details und Formeigenschaften fängt an. Eine Form schickt uns kommunikative Signale, die durch Erkennen und Rezipieren lesbar werden.

Erkennen ist wie ein Phänomen. Eine konzentrierte Ladung von Information, die sowohl blitzartig schnell als auch mit gewichtiger Wucht unsere Gedanken und Empfindungen überschlagen lässt. Ein geistiger Weckruf und ein äußerst aktiver Zustand. Ein solcher Zustand hat großes Potential öfters begehrt zu werden. Ideell ein regelrechter Nährboden.

In jeder Phase des Formschaffens wird der Raumkörper mit zahlreichen Entscheidungen konfrontiert, bewusst oder unbewusst, bis ein individuelles Ergebnis feststeht. Differenziertes Erkennen der einzelnen visuellen Elemente und die Möglichkeit sie nuancenreich gestalterisch nach eigenem Konzept beeinflussen zu können, ist zentral, um die visuelle Aussage der Form mit dem Inhalt in Übereinstimmung zu bringen. Nicht weniger relevant für das Gelingen ist die Fähigkeit mit versierter »Augen-Hand-Koordination« die Gedanken zu transportieren. Die Kultivierung des Intuitiven fängt an.

Ein Reiz der Bildsprache liegt in ihrer reichhaltigen und vielschichtigen Komplexität und dem fast unbegrenzten Ausmaß von Variationsmöglichkeiten. Chance und Last aus einer unendlichen Anzahl von Kombinationsmöglichkeiten wählen zu können um der gewünschten Aussage möglichst nahe zu kommen. Diese Freiheit, mit den eigenen Fähigkeiten und Vorstellungen zu navigieren, stellt jede(n) Kunst schaffende(n) vor eine Herausforderung bis ein Ergebnis feststeht.

Eine Idee und Absicht steht also einer Form gegenüber. In diesem Prozess wird die subjektive Wahrnehmung mit einer objektiven Betrachtung verglichen und gegenübergestellt. Eine neutrale Rezeptionsfertigkeit ist dabei zentral, um die Form als solches und mit den vorhandenen Eigenschaften für sich wahrnehmen zu können. Die Arbeitsphase zwischen Idee, Absicht und Ergebnis gleicht einem Übersetzungsprozess, innerhalb dessen der gestaltende Mensch mit seinen gesamten Eindrücken, Assoziationen, Fähigkeiten und Wunschvorstellungen agiert.

Die Reaktionen, die eine Form und deren Eigenschaften hervorrufen, werden kritisch betrachtet. Gibt es etwa Tendenzen, dass spontane Reaktionen auch mit kultureller Vorprägung bzw. entsprechendem Zeitgeist korrelieren? Derartige Analysen helfen nicht nur jedem Individuum, seinen/ ihren eigenen Standpunkt genauer zu erkennen, sondern machen sichtbar, wie leicht der Blick variiert und verzerrt werden kann. Eine ‚fertig gestellte’ Form ist eine vielfältige Ansammlung von Details und Nuancen. Eine visuelle Aussage ist entstanden.

Zeitloses Aktmodellieren schult in klassischer Art und Weise das Verständnis für die Beziehung von Formelementen. Aktmodellieren bleibt faszinierend durch den Reiz etwas Vergleichbares formen oder um für einen bestimmten Ausdruck arbeiten zu können. Nicht nur die Darstellbarkeit baut manch eine Hürde auf, sondern auch die technischen Herausforderungen, die jede formende Hand für sich fühlen lernen muss, bis die eigenen Hände als Werkzeuge die bildnerischen Vorstellungen wiedergeben können.

Der kunstgeschichtlichen Weiterentwicklung ist es zu verdanken, dass es heute keine Beschränkungen bei der Wahl der verwendeten Materialien gibt, um die Aussage künstlerisch zu transportieren. Eine entwickelte Beziehung zu den Materialeigenschaften ist Voraussetzung, um bei den vielen Variablen und Kombinationsmöglichkeiten bei der Entstehung von Mixed Media Arbeiten mit einer bildnerisch nuancenreichen Aussage überzeugen zu können. Die Aufgabe ist komplex.

Um den Einfluss der Farbe auf die Form zu verstehen, wird der Frage nachgegangen, ob und eventuell welche allgemeinen oder individuellen Korrelationen zwischen Farbe und Form bestehen und welche Formkriterien mit welchen Farbkriterien übereinstimmend kommunizieren.

Multiperspektivische Beobachtungen und Erfahrungen während Schaffensprozesses vereinen sich in einer Kombination von Material, Form und Farbe.

Termine WS 18/19

TATCRAFT –  Externe Werkstatt-Kooperation

Einführung in die Nutzungsmöglichkeiten durch Mitarbeiter von Tatcraft

beide Fachbereiche

Di, 23.10.18, 10 Uhr

TATCRAFT, Gwinnerstr. 42, 60388 Frankfurt, www.tatcraft.de

Voranmeldung bis Fr 19.10. per E-Mail an herzog-hellsten@hfg-offenbach.de (Name, FB,  Prof., Matrikelnummer, Semesterstand)

Wasserbasierte Lacke

Einführung und Vorführung durch Fa. Brillux

beide Fachbereiche.

Mi, 07.11.18, 10-12 Uhr

Lackierraum Geleitstr. 103 (UG)

Voranmeldung bis Fr 2.11. per E-Mail an herzog-hellsten@hfg-offenbach.de (Name, FB,  Prof., Matrikelnummer, Semesterstand)

Wohlproportionierte Nuancen - Porzellan und Steinzeug Schalen

Vortrag von der Architektin  Bettina Dirks-Schmunk mit Betrachtung von ca. 100 mitgebrachten Schalen

Mit ihren Porzellan- und Steinzeug-Schalen fokussiert die Architektin auf kleinste Nuancen in den Proportionen. Anhand eigener, handgefertigter Porzellan-Unikate erläutert sie die Bedeutung des Betrachtens während der Entstehung und das fortwährend systematische Justieren der Einzelheiten, bis eine ‚stimmige Form’ erreicht ist.

Do, 08.11.18, 10-11:30 Uhr

Keramik Geleitsstr. 103 (UG)

Voranmeldung bis Fr 2..11. per E-Mail an herzog-hellsten@hfg-offenbach.de (Name, FB,  Prof., Matrikelnummer, Semesterstand)

Der Vortrag richtet sich an alle Studierende beider Fachbereiche, die sich für nuancenreiche Variationen in der Formherstellung interessieren.

Corona-Protokoll 2020

Sabina Bock

Wege-Objekt | Toast-Gebäude | Zuckerblasen

Wege-Objekt

»Ich bin meine Strecken zu den Orten, die ich in einer Woche regelmäßig besuche, zu Fuß abgelaufen. Diese Strecken habe ich in einem CAD-Programm nachgezeichnet (2). Danach habe ich alle meine nachgezeichneten Wege übereinander gelegt (3). Daraus ist mein »Wege-Objekt« entstanden – eine Skulptur, die ich quasi selbst erlaufen bin.«

Toast-Gebäude

»Für die Fassaden wurde das Toastbrot mithilfe eines Kontaktgrills getoastet, um eine ähnliche Struktur wie von einer echten Hausfassade zu erzeugen. Mithilfe der Zahnstocher und dem Frischkäse wurden die Toastscheiben miteinander befestigt. Am Ende wurde alles mit Erdbeermarmelade gegessen.«

Zuckerblasen

»Das Isomalt wurde in einem Topf geschmolzen, geknetet und mithilfe einer Zuckerpumpe zu Kugeln aufgeblasen.«

Bildschirmfoto 2020 07 15 um 14 50 55

Wege-Objekt

Sabrina Bock, 2020, CAD-Modelling, 3D-Druck, Harz (weiss), 7,7 x 6,6 x 7,7 cm

  • Wege uebereinander gelegt 3d screenshot

    Wege-Objekt

    Entstehung

  • Wege uebereinander gelegt screenshot
  • Wege objekt zeichnung schreenshot
  • Wege objekt 3d screenshot

Wege-Objekt

Entstehung

Toast gebaeude

Toast-Gebäude

Sabrina Bock, 2020, Toastbrot, Zahnstocher, Frischkäse, 50 x 80 x 50 cm

Bildschirmfoto 2020 07 15 um 15 01 53

Zuckerblasen

Sabrina Bock, 2020, Isomalt, Größe variierend ca. 16 x 12 x 9 cm

Simon Martin

  • A

    Ohne Titel

    Simon Martin, 2020, Porzellan ungebrannt, ca. 24 x 24 x 2 cm

  • B

    Simon Martin, 2020, Porzellan hochgebrannt, ca 11 x 6 x 6 cm

  • C

    Simon Martin, 2020, Porzellan hochgebrannt, ca 10 x 6 x 6 cm.

Ohne Titel

Simon Martin, 2020, Porzellan ungebrannt, ca. 24 x 24 x 2 cm

Linus Berg

Sukzessive Material-Übersetzungen eines Eigelbs

Studien mit Notizen über gekochtes, denaturiertes Eigelb, 3-D-Scan, 3-D-Druck (Harz), Silikon-Gussform mit Gipsschale, Wachsguss, Fotomontagen.

  • Cp text7

    Sukzessive Material-Übersetzungen eines Eigelbs

    Linus Berg

  • Cp text2
  • Cp text3
  • Cp text5
  • Cp text6
  • Cp text4
  • Cp text1

Sukzessive Material-Übersetzungen eines Eigelbs

Linus Berg

Franziska Kronmüller

Franziskakronmueller 4erformen

Franziska Kronmüller,  gedrehte, bemalte und glasierte Behälter, Steinzeug, 2020, Größe variierend

Lisa Gehrmann

Trollpikken I

  • Gut

    Trollpikken I

    Lisa Gehrmann, Resilient Plating, Saufeder, 2020, Steinzeug glasiert, Größe ca. 70 x 40 x 40 cm

  • Schlecht

Trollpikken I

Lisa Gehrmann, Resilient Plating, Saufeder, 2020, Steinzeug glasiert, Größe ca. 70 x 40 x 40 cm

Barbara Mährlen

Studien

  • Bildschirmfoto 2020 08 10 um 12 35 37

    Studien 2020

    Barbara Mährlen, 2020, Pochierte Eier, Größe variierend

  • Bildschirmfoto 2020 08 10 um 12 35 44

    Barbara Mährlen, 2020, Silikon und Acryl, Größe variierend

  • Bildschirmfoto 2020 08 10 um 12 35 51

    Barbara Mährlen, 2020, Gelatine und Frischkäse, Größe variieren

Studien 2020

Barbara Mährlen, 2020, Pochierte Eier, Größe variierend

Svenja A. Bach

  • 1 loecher um sich zu verstecken jpg

    Löcher, um sich zu verstecken I

    Svenja A. Bach, Ton modelliert und ungebrannt, Maße: 26 x 6 x 7 cm

  • 3 insekt namenlos ii jpg

    Insekt, namenlos II

    Svenja A. Bach, Ton modelliert und ungebrannt, Maße: 12 x 6 x 4 cm

  • 6 ohne titel iii jpg

    Ohne Titel III

    Svenja A. Bach, Ton modelliert und ungebrannt, Maße: 13 x 7 x 6 cm

Löcher, um sich zu verstecken I

Svenja A. Bach, Ton modelliert und ungebrannt, Maße: 26 x 6 x 7 cm

Oleg Komarov

Following the Line

In 1967 Richard Long walked back and forth in the grass field to leave a straight line that became then a starting point for his career. But how can this performative act be reinterpreted today? Moving bodily actions from the land to the digital space is the way to speak about non-materiality and new temporality. The magic of the expression stands out for the simplicity and clarity of the line, its formal beauty in curves and imperfections.

Vordiplom, Diplom und Diplom Nebenfach

Eine Auswahl von Vordiplomen, Diplomen und Diplom-Nebenfach-Arbeiten, die in Kooperation mit dem Labor Kunst entstanden sind.

Foto nebenfach dh2

Using my body as a starting point to create a monster

Diane Océane Häfner, 2020, Diplom Nebenfach bei Prof. Mike Bouchet. Mixed Media mit Porzellan, gegossen, Airbrush Bemalung

  • Foto nebenfach dh

    Using my body as a starting point to create a monster

    Detailansicht

  • Foto nebenfach dh3

Using my body as a starting point to create a monster

Detailansicht

Felicithasarndt diplnebenfach klaushesse

Felicithas Arndt, Diplom Nebenfach bei Professor Klaus Hesse, 2019, Steinzeug, gebrannt, unglasiert, Größe variierend (ca. 30 x 50 x 8 cm)

Kalender

25. Juni 2019 bis 18. Juni 2020
18 Juni 2020 Donnerstag
Smjulia werkstatt 1
15 November 2019 Freitag

M19: Angewandte Kunst in der Villa Metzler

bis 17. November Museum Angewandte Kunst
M19 villametzler labor kunst
25 Juni 2019 Dienstag

Bloody Blue

bis 26. Juni
Bloody blue

News

300 metzner 1 skulpturen preis
vor 1 Jahr

Gestaltungswettbewerb Senckenberg-Preis 2019 - Gefühlte Erde

Die Senckenberg Gesellschaft hat im Wintersemester 2018/19 an der HfG Offenbach einen Gestaltungswettbewerb für den Senckenberg-Preis ausgelobt. Ausgezeichnet wurden die Studierenden Petra Metzner, Diane Häfner und Felicithas Arndt.