Vortrag Elke Gaugele: Fashion und Faschismus
Im Rahmen der Vortragsreihe "mode ist..."
Prof. Dr. Elke Gaugele: Fashion und Faschismus
Montag 8.Juni 2026, 16:30 Uhr
Isenburger Schloss, 1. OG (Lehrgebiet Mode)
Fashion und Faschismus
Die Zäsur, dass Mode für die extreme Rechte zur Waffe geworden ist, stellte die Modekritikerin der Washington Post, Robin Givhan bereits im Sommer 2017 im Zuge der Unite-the-Right-Kundgebung in Charlottesville fest. Auch Deutschland ist seit langem eines der internationalen Zentren für rechtextremer Mode. German Nordic Brands, Nordeuropäische Textilmarken, Viking Lifestyles oder Kleidung für Konservative und Patrioten, lauten die aktuellen Selbstbezeichnungen jenes Modesegments. Während Marken, Produkte und Onlinestores aus deutschen Kleinstädten und Dörfern boomen, produzieren auch extrem rechte Influencer:innen auf social media eine Vielfalt neuer Styles. Die Tendenz zur Gründung rechtsextremer Modelabels steigend. Wie werden Macht, kulturelle Gewalt, Aggression und Hass durch rechtsextreme Mode erzeugt? Welche politischen und ökonomischen Netzwerke bilden sich im Feld rechtsextremer Mode ab? Der Vortrag stellt aktuelle Forschungsergebnisse des FWF-Forschungsprojekts „Mode und Rechtsextremismus“ an der Akademie der bildenden Künste Wien zur Diskussion.
Elke Gaugele ist Empirische Kulturwissenschaftlerin und Professorin für Moden und Styles/Gestaltung im Kontext an der Akademie der bildenden Künste, Wien. In ihrer Forschung und ihren Publikationen entwickelte sie einen postkolonialen und intersektional-feministischen Ansatz der Modeforschung. Dieser beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Ästhetik, Ethik, globaler und sozialer Gerechtigkeit und Politik. Aktuell leitet sie das Forschungsprojekt „Fashion and the Far Right: The New Complexity in Style“, gefördert vom österreichischen Forschungsfond (FWF) (2023-2026).