22 February until 8 March 2026

Marlon Hesse: Nightmare before Christmas

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Am Sonntag, den 22. Februar 2026 um 16 Uhr eröffnet Marlon Hesse in der SCHLEUSE seine Schau »Nightmare before Christmas« und stellt seine aktuellen malerischen Arbeiten vor. Der 1996 in Frankfurt am Main geborene Künstler studiert seit 2020 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und nahm 2025 parallel ein weiteres Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe auf. Darüber hinaus ist Hesse seit letztem Jahr Gaststudent an der Frankfurter Städelschule.

Seine SCHLEUSE-Ausstellung »Nightmare before Christmas« beschreibt Marlon Hesse wie folgt:

»Können Bilder, losgelöst von ihrem ursprünglichen Kontext, eine neue Bedeutung annehmen, sobald sie in ein anderes Medium übertragen werden?

Ausgangspunkt der Serie ›Halloweenkinder‹ sind Fotografien der amerikanischen Fotografin Diane Arbus. Im Zentrum ihres Werks stand die Sichtbarmachung jener Menschen, die am Rand der Gesellschaft existieren und sonst dem Vergessen überlassen bleiben. Bei der Auseinandersetzung mit ihrem Œuvre stieß ich auf eine Serie von Kindern an Halloween, die mein besonderes Interesse weckte.

Diese Bilder wurden zum Ausgangsmaterial meiner eigenen Arbeit. Durch gezielte Verschiebungen in Farbigkeit, Komposition und Darstellung untersuche ich, inwiefern sich Bedeutung transformiert, wenn ein Motiv medial übertragen und formal modifiziert wird. Mich interessiert, ob eine künstlerische Setzung ihre Qualität bewahrt oder verändert, wenn sie in ein anderes Medium überführt wird. Parallel zur Arbeit an der Serie fiel der Beginn in eine politisch aufgeladene Zeit: die US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Mit der schrittweisen Bekanntgabe der designierten Minister Donald Trumps verdichtete sich für mich der Gedanke eines ›Kabinett des Schreckens‹. Die Berufung radikaler politischer Akteure sowie die erneut publik gewordenen Verbindungen im Umfeld des Falls Jeffrey Epstein verstärkten mein Unbehagen gegenüber dem Zustand demokratischer Strukturen in den USA.

Die Masken und Verkleidungen der dargestellten Kinder evozieren darüber hinaus Assoziationen zu Stanley Kubricks Film ›Eyes Wide Shut‹ (1999), dessen Inszenierung geheimer, elitärer Zirkel eine Bildwelt des Verborgenen und Ritualisierten entwirft. Zudem ist der Titel der Ausstellung einem Film von Henry Selick entliehen.

Aus diesen Überlagerungen – kunsthistorisch, politisch, filmisch – entsteht eine bewusste Ambivalenz. Die Serie ist nicht eindeutig verortbar. Sie bewegt sich zwischen Aneignung und Transformation, zwischen Spiel und Bedrohung, zwischen Dokument und Fiktion.

Mit dieser Ambivalenz formuliere ich keine eindeutige Aussage. Vielmehr interessiert mich die Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Lesarten und die Frage, ob es überhaupt eine singuläre, absolute Wahrheit geben kann.«

Eröffnung

22. Februar 2026, 16 Uhr 

Schleuse

Opelvillen Rüsselsheim