22 February 2022

Intersektionale Perspektiven auf Diskriminierungsschutz und Diversity-Management an Hochschulen

02:00 PM
220210 plakat

Vortrag von Sabine Herberth

Hochschulen erfüllen eine vielfältige gesellschaftliche Verantwortung und haben als öffentliche Einrichtungen die Pflicht, demokratische, menschenrechtsachtende und diskriminierungskritische Perspektiven zu vereinen und Chancengleichheit zu gewährleisten. Dabei sind Hochschulen keine diskriminierungsfreien Orte, denn sie sind von Hierarchien und Machtverhältnissen geprägt. Dies äußert sich beispielsweise im Frauenanteil, der unter deutschen Professor_innen nach wie vor bei nur einem Viertel liegt. Wenn es um Diskriminierung geht wissen wir heute jedoch, ist die Kategorie Geschlecht nicht weit genug gedacht. Diskriminierung geschieht in der Regel nicht auf ein Merkmal bezogen, sondern in komplexen Formen. Personen können aufgrund mehrerer Merkmale in ein und derselben Situation benachteiligt werden, in diesen Fällen wird von intersektionaler Diskriminierung gesprochen.

Bestandsaufnahmen zu Diversity an deutschen Hochschulen verdeutlichen, dass vieles was heute unter dem Begriff Diversity präsentiert wird, häufig eher einer Repräsentations- und Befriedigungspolitik gleicht. Die Hochschulen bewegen sich mit ihren Diversity-Konzepten im Spannungsgefüge zwischen dem Bestreben, im internationalen und nationalen Wettbewerb oben zu stehen und ihrem gesellschaftlichen Bildungsauftrag gerecht zu werden. Daher ist es wichtig, Diskriminierungsschutz und Diversity-Strategien miteinander zu verbinden.

Ziel des Vortrags ist es, soziale Öffnungsprozesse durch mehr Chancengerechtigkeit, Antidiskriminierung, soziale Inklusion, Partizipation, Dekolonisierung und Demokratisierung ohne Fixierung auf einzelne Kategorien in den Fokus zu nehmen und Diversity als Demokratisierungs- und Gerechtigkeitsansatz zu verstehen. Es geht dabei um Utopien: Wie können Intersektionalität und Gleichberechtigung an der Hochschule gelebt werden?

Referentin

Sabine Herberth ist Initiatorin des feministischen Thinktank »ah:mi« aus Nürnberg, der sich mit den Themen Geschlechtergleichstellung, Vielfalt und der Zukunft der Arbeit beschäftigt.
www.ah-mi.org

Eine Veranstaltung des Forum für Sensibilisierung der HfG Offenbach

22. Februar 2022, 14 Uhr, online