»Soul OF Art«-Stipendien für HfG-Absolventinnen
Aus knapp 50 Bewerber_innen haben sich die HfG-Absolventinnen Eyi Kim und Severine Henriette Meier beim Kunststipendium »Soul OF Art« durchgesetzt. Erstere erhält für ihr Projekt »Residual Walls« das mit 4.000 Euro dotierte Förderstipendium, letztere für »I don’t care« das mit 8.000 Euro dotierte Hauptstipendium. Vergeben wurde die Stipendien beim diesjährigen Kultur-Neujahrsempfang durch Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Felix Schwenke.
Severine Henriette Meier ist an der Loire geboren und hat in Gent und Offenbach studiert. Ihr Studium der Freien Kunst schloss sie 2022 mit einem Diplom an der Hochschule für Gestaltung Offenbach ab. Meier hat ihre Werke bislang in zwei Einzelausstellungen in Frankfurt und Offenbach sowie in Gruppenausstellungen unter anderem in Berlin, Köln, Kiel und Hamburg gezeigt. 2025 erhielt sie den Preis der Künstlerhilfe Frankfurt; außerdem war sie für den Eb-Dietzsch-Kunstpreis für Malerei, den Förderpreis des Bodenseekreises und den Bundespreis für Kunststudierende nominiert. Die Jury begründet die Auszeichnung Severine Henriette Meiers mit der hohen zeitgenössischen Relevanz ihrer Malerei. Ihre Arbeiten greifen vertraute Bildformeln auf, ohne diese zu reproduzieren, und überführen sie in eine eigenständige, zeitgenössische Bildsprache. Neben dem menschlichen Mund treten einzelne Objekte und Gesten als prägnante Bildzeichen auf. Beispielsweise eine hinter dem Rücken verborgene Schere in geballter Faust oder spitz manikürte Fingernägel, die Muttermilch aus der Brust pressen, verweisen auf weiblich konnotierte Care-Arbeit. Der Titel »I don’t care« stehe dabei eben gerade nicht für Gleichgültigkeit, sondern für die bewusste Verweigerung normativer Zuschreibungen von Care, Körper und Arbeit. In der Weiterentwicklung dieser Position sieht die Jury ein starkes Potenzial zur Stärkung junger aufstrebender Malerei.
Eyi Kim stammt aus Südkorea, hat in Berlin und Offenbach Malerei studiert und ihr Studium 2024 mit einem Diplom an der Hochschule für Gestaltung Offenbach abgeschlossen. Ihre Arbeiten wurden bereits in Hamburg, Paris, Frankfurt, Berlin und Karlsruhe ausgestellt. Kims Projekt »Residual Walls« setzt sich künstlerisch mit freigelegten Außenfassaden im Stadtbild auseinander. Ihre Malerei bewegt sich auf einem vielseitigen Spektrum. Sie fußt zum einen auf gegenständlichen Alltagsbeobachtungen, arbeitet aber gleichzeitig mit Herangehensweisen, die experimentell sind und durchaus auch ins Abstrakte reichen. Die Jury schätzte an dieser Kombination besonders, dass bei all diesen Aspekten der Ansatz doch stets eben der von Malerei sei. »Frau Kim überzeugt durch ihre besondere Sensibilität für Licht- und Farbstimmungen wie auch die wechselnde Haptik von Oberflächen, etwa in der Wiedergabe von metallischen Eigenschaften oder menschlicher Haut.«
26.01.2026
Eyi Kim
Foto: Marie Schwarze
Severine Henriette Meier
Foto: Vlada Shcholkina