Nina Wood

Buchvorstellung & Gespräch: »Geschichtsabdrucke. Antifaschistische Orte in Offenbach«

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Plakat: Igor Tarasov

Zum Gedenken an die von den Nationalsozialisten organisierte Bücherverbrennung am 22. Mai 1933 auf dem Schlossplatz in Offenbach präsentiere ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen Prof. Johanna Siebein und Paula Schneider in der Galerie »BOK« (Bund Offenbacher Künstler) die Publikation »Geschichtsabdrucke«. Begleitend findet ein Gespräch mit Andrea C. Hansert (Historikerin), Nanna Lüth (Kunstpädagogin), Simon Wahlers (Gestalter, Aktionsbündnis »Verlage gegen Rechts«), den Studierenden Adrian Baczyk, Daria Kuzmina, Tasya Lokteva, Igor Tarasov und Mignon Vahl sowie Marina Kampka (studio pari pari) statt.

Promotionsprojekt

Autotheorie als Darstellungsform queerer Transitionen. Verlust und Geburt des Selbst bei Paul B. Preciado und Maggie Nelson.

Fachbereich Kunst

Das Dissertationsprojekt verfolgt eine interdisziplinär zwischen Literaturwissenschaft, philosophischer Ästhetik und psychoanalytischer Theorie angesiedelte Fragestellung, die sich auf die Darstellungsform von Autotheorien richtet. Als Subgenre der Autofiktion verbinden diese Texte autobiografisches Schreiben mit theoretischer Reflexion. Untersucht wird, inwiefern autotheoretische Ansätze weder auf eine bloße Narration des Ichs und seiner subjektiven Erfahrungswelten noch auf eine abstrakt-theoretische Verallgemeinerung zielen. Vielmehr zeigt sich an ihren literarischen Selbstverständigungen der Versuch, die Offenheit und Unabgeschlossenheit subjektiver Existenz mit einer bruchstückhaften, nicht-linearen Form zu verbinden.
Exemplarisch zeigt sich dies in den Arbeiten von Paul B. Preciado und Maggie Nelson: Während Preciado in »Testo Junkie« (2013) seine eigene Transition als einen Prozess reflektiert, der untrennbar mit Verlust, Trauer und Tod verbunden ist, fokussiert Nelson in »The Argonauts« (2015) die nonbinäre Schwangerschaft als Neuanfang. Beide Texte verdeutlichen, dass Anfangen und Loslassen, Bindung und Trennung nicht nur im Allgemeinen miteinander verknüpft sind. Sie sind besonders in queeren Einsätzen, die eine nonbinäre Transition kontinuierlich halten wollen, notwendig für eine offene Setzung jenseits der heteronormativen, zweigeschlechtlichen Matrix. Das Projekt wird vom Evangelischen Studienwerk gefördert.

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    Testo Junkie

    Paul B. Preciado
    ​Berlin: b_books, 2016​.
    Deutsche Übersetzung von Stephan Geene

  • Woodii

    Die Argonauten

    Maggie Nelson
    München: Hanser Berlin, 2017.
    Deutsche Übersetzung von Jan Wilm


Testo Junkie

Paul B. Preciado
​Berlin: b_books, 2016​.
Deutsche Übersetzung von Stephan Geene

Betreuer:innen

Prof. Dr. Juliane Rebentisch (HfBK Hamburg)
Prof. Dr. Heinz Drügh (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Künstlerischer Promotionsteil

Ausgehend von der These, dass Autotheorie eine besondere Form des Erzählens zu Darstellung bringt, widmet sich der praktische Teil der Dissertation der materiellen Dimension von Buchgestaltung: Warum ist ein »(Buch-)Körper von Gewicht« (Judith Butler)? Wie kann ein Buch die sozialen und gestalterischen Akte seiner Entstehung sichtbar machen? Und welche spezielle Buchbindung benötigt eine autotheoretische Erzählung? Das Ziel des künstlerischen Projekts ist es, einen autotheoretischen (Buch-)Körper zu entwickeln – einen, der sich nicht durch eine feste, geschlossene Struktur definiert, sondern durch eine spezfisch offene, die es allen ermöglicht, diese auf verschiedene Weise zu durchque(e)ren.

(Buch-)Projekte

Postskriptum über ästhetische Ideologien

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    Foto: Nina Wood

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    Foto: Nina Wood

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    Foto: Nina Wood

Foto: Nina Wood

Herausgeberinnen und Redaktion: Leonie Hunter, Johanna Siebein, Elinor Zoë Karl, Nina Wood
Autor:innen: Alessandro Cola, Smilla Carr, Malvine Klawitter, Momo Klose
Gestaltung: Anjali Gautam, Ye Ji Jeong, Gyumin Lee, Kira Müller, Joel-Gabriel Sanchez Palacio, Paula Charlie Sperling
Dank: Katja Kupfer, Charlotte Jakob, Riccarda Weih

Erzählform. Unerkennbarkeit. Seele

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Foto: Nina Wood

Der Buchkörper »Erzählform. Unerkennbarkeit. Seele« vereint eine gebundene typografische Komposition mit einem poetischen Zusammenhang aus Stimmen, Satzbildern und an Menschen geknüpfte Erzählungen. Besiebdrucktes Altpapier erfährt dabei eine formale Metamorphose, ohne dass dem Heft dabei nur eine fest zugewiesene Position zugeteilt werden muss. Durch diverse Zusammen- und Auffaltungen verwandeln sich die planen Flächen in skulptural anmutende Falt-Gebilde und lassen, derart variabel aufstellbar, ein exponiertes Licht- und Schattenspiel zu.

The Recollection

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Die Arbeit »The Recollection« liefert eine gedanklich zu erweiternde Sammlung von Satzbildern, die in räumlichen Anordnungen sichtbar werden. Abgerissene Sprachebenen, Stimmen und Wörter erscheinen kompositorisch so, dass der Aufbau der weißen Seiten analog mit Rückzügen des Erinnerns korrespondieren kann. So findet sich der dialogische Textrhythmus der Innerlichkeit seinem Inhalt nicht entgegengesetzt, ruft ihn vielmehr stetig aus einem unabgeschlossenen Raum neu hervor. Alle Schnipsel bewegen sich im Gedächtnis und vermitteln den Bewusstseinszustand einer agierenden und reagierenden Beziehung zwischen lauter stillen Übergängen. Etwas fängt immer an und hört immer auf. Alle Zustände und Perspektiven passen zusammen und geraten doch in Widerspruch mit der Endlichkeit der Zeit.

Erinnere dich.

Das Licht hat sich gedreht und geht weiter;

das Feld ist grün, tauche ein.

Heiße Asche für Bäume.

Sich erreichen lassen.

Mit weit ausgestreckten Armen.

Alles war und ist auch dort.

Keine Bewegung je umsonst verändert.

Vita

Nina Wood ist Doktorandin an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Sie absolvierte ein Bachelorstudium in Integriertem Design an der Hochschule für Künste Bremen und ein Diplom in Kunst an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Ihre Arbeiten waren u.a. in folgenden Ausstellungen zu sehen: »als wäre ich du« (2023) im basis Projektraum Frankfurt, »Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft« (2021) im Museum Angewandte Kunst Frankfurt, »Aus unserer Werbung« (2019) in der HfG Kunsthalle Offenbach. 

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Foto: Alexander Paul Englert

News

Essayi
vor 8 Monaten

Out now: Postskriptum über ästhetische Ideologien

Der Essayband »Postskriptum über ästhetische Ideologien« ist das Ergebnis einer interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den HfG-Lehrgebieten Philosophie und Typografie. Er kann in der HfG-Bibliothek ausgeliehen und käuflich erworben werden.

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