Susanne Wieland

Design for and with urban wild pockets: Die Erforschung spontaner urbaner Ökosysteme und die materiellen wie ökologischen Konsequenzen anthropogener Gestaltung

Fachbereich Design

In Anbetracht der gegenwärtigen ökologischen Krisen und der fortschreitenden Urbanisierung wird das Verhältnis von Gestaltung und Natur auch in der Designforschung zunehmend neu verhandelt. 

Insbesondere in urbanen Räumen manifestieren sich die Auswirkungen anthropogener Eingriffe in Form von Anpassungs- und Transformationsprozessen, die bis hin zur urbanen Evolution einiger Arten reichen. Viele dieser Entwicklungen lassen sich auf Designentscheidungen zurückführen, entstehen jedoch außerhalb der direkten Kontrolle von Gestaltenden. Design kann somit als ein untrennbar mit ökologischen Akteur:innen verflochtener Prozess verstanden werden, in dem das Gestaltete durch die Nutzung anderer kontinuierlich in multispezifischen Netzwerken verflochten ist. Natur sollte im Gestaltungsprozess deshalb nicht nur als externe Referenz, sondern als aktiv Mitwirkende mit Einfluss und Agency oder zumindest als Mitbetroffene von Gestaltung berücksichtigt werden.

Ausgehend von Ansätzen des More-than-Human Design sowie von anthropologischen und stadtökologischen Perspektiven sollen im Rahmen des Forschungsvorhabens die Auswirkungen dieser nicht-menschlichen Mitbenutzung sowie eine potenzielle Umgestaltung artifizieller Strukturen durch andere Lebewesen und Ökosysteme aus gestalterischer Perspektive systematisch analysiert werden, um deren Bedeutung im Kontext zukünftiger Multispezies-Gemeinschaften neu zu positionieren. 

Die Analyse eines spezifischen Untersuchungsfeldes, das sowohl ruderale als auch gestalterische Elemente aufweist, ermöglicht die Erforschung der Interaktionen und der Wechselwirkungen zwischen materiellen und ökologischen Strukturen. In diesem Zusammenhang kann das Ökosystem als »lebendes Archiv« betrachtet werden, das kulturelle, ökologische und historische Spuren menschlicher Aktivitäten speichert und sichtbar macht. Zudem lassen sich daraus neue Möglichkeiten und Herausforderungen für den Gestaltungsprozess und eines Gestalten »für« und »mit« Ökosystemen ableiten.  

Wie Design im Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Kontrolle agieren kann, gilt es im Rahmen des Vorhabens abschließend zu erforschen.

Betreuung

Prof. Dr. Tom Bieling

Projekte

Susanne wieland fotocredit susanne wieland 1

The Hidden Life of a Pavement Crack

Mapping some of the infinte stories found in a single London pavement crack. (2021)

Bild: Susanne Wieland

Susanne wieland fotocredit hfg green office 2

Fields of Coexistence – Workshop und Fieldtrip

Kartierung ökologischen Akteur:innen auf dem HfG Schlossplatz. (2026)

Bild: green.office_HfG

Susanne wieland fotocredit hfg green office 1

Fields of Coexistence – Workshop und Fieldtrip

Probenentnahme aus dem Brunnen auf dem HfG-Schlossplatz für mikroskopische Analyse. (2026)

Bild: green.office_HfG

Kalender

3. Juni 2026
3 Juni 2026 Mittwoch
Fields of coexistence hfg

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