ISO 5000 Award
Selbstporträt der Künstlerin
Preisträgerin 2026 des mit 5.000 Euro dotierten und ausschließlich unter HfG-Studierenden ausgeschriebenen Fotopreises ISO 5000 der Hans und Annemarie Weidmann-Stiftung ist Daniela Kaiser. Mit dem Preisgeld wird sie ihr Projekt »What if I could stay forever (AT)« realisieren und im kommenden Jahr in einer Einzelausstellung in der Englischen Kirche, Bad Homburg v. d. H. präsentieren. Der Name des Preises verweist auf den erweiterten Möglichkeitenhorizont der Fotografie, der deutlich über das menschliche Auge hinausgeht.
»What if I could stay forever (AT)« ist eine fotografische Selbstporträtserie, die das Altern des weiblichen Körpers, den gesellschaftlichen Druck zur permanenten Optimierung und den Wunsch nach ewiger Jugend untersucht. Das Projekt knüpft an Daniela Kaisers Bachelorarbeit »Ewiges Leben« (2022) an, in der sie sich erstmals mit dem Jungbrunnen-Mythos, der Schönheitsindustrie und der medizinischen Forschung dokumentarisch auseinandergesetzt hat. Was damals noch ein Nischenthema war, ist heute unter dem Begriff Longevity weit verbreitet und eine Milliardenindustrie. Mit diesem Projekt möchte sie sichtbar machen, wie stark der gesellschaftliche Blick auf den weiblichen Körper internalisiert wird. Umsetzen wird sie das von innen heraus, mit dem eigenen Körper als Material. Sie selbst ist 29 Jahre alt und wurde bereits von Ärzt_innen auf ihre »Problemzonen« hingewiesen, auch wurden ihr Babybotox und eine Vorsorge gegen das Altern empfohlen: mit Pillen, Infrarotlicht, Masken, Gesichtsrollern, Seren, Cremes und Nahrungsergänzungsmitteln.
Mit dem ISO 5000-Award unterstützt die noch zu Lebzeiten von der Architektin Annemarie Weidmann errichtete Stiftung noch zu realisierendes Projekt mit Bezug zum Medium Fotografie. Die Studierenden bewerben sich hierfür mit einer schlüssigen und durchdachten Werk- und Projektvorstellung. Der Fotopreis ISO 5000 wird jährlich ausgeschrieben. Die Preisjury bilden aktuell Sabine Schirdewahn von der RAY Fotografie-Triennale in Frankfurt Rhein-Main, René Koch, Mitvorstand der Schleicher Stiftung und Sascha Mintkiewicz seitens der Stiftung.
06.01.24