Eleonora Herder

[IN SITU] - Situatives künstlerisches Handeln als widerständige Praxis

Fachbereich Kunst

Das Promotionsvorhaben umfasst eine interdisziplinäre Untersuchung auf der Schnittstelle von Performancestudies und Raumsoziologie. Untersucht werden künstlerische Prozesse im öffentlichen Raum, die zwischen szenischer Versammlung und urbaner Intervention oszillieren. 

Seit den 1990er Jahren entwickelt sich sowohl in der bildenden Kunst also auch in der freien Theaterszene eine soziale, situative und vor allem szenische Kunstform, deren räumliche Begrifflichkeit diese Dissertation ausdifferenzieren möchte. Es wird hinterfragt, mit welchen sozialen Raumkategorien die zeitgenössische Performancearbeiten agieren und wie diese auf einer infrastrukturellen Produktionsebene die ästhetischen  Ausprägung der Werke bedingen. Ab wann überwindet eine künstlerische Arbeit im öffentlichen Raum mehr als nur den physischen Raum der Institution? Wann ist sie nicht nur ortsspezifisch, sondern auch situativ? Welche institutionellen Produktionsbedingungen und welche kulturpolitischen Forderungen ergeben sich aus solchen Arbeitsweisen? Und was bedeutet die urbane Lokalisierung künstlerischer Produktion für den transnationalen Raum der global agierenden Gegenwartskunst. Entsteht da eine Reibungsfläche?

Bisher ist der Zusammenhang zwischen produktionsästhetischer Theoriebildung und raumsoziologischer Theorie noch wenig ausgeprägt. Tatsächlich aber bieten sich gerade ortsspezifische Performancearbeiten besonders als Brennglas für eine sozialräumliche Analyse der Produktionsverhältnisse von Gegenwartskunst an, da sich bei ihnen der topografische, der soziale und der atmosphärische Raum überlagern und wechselwirkend aufeinander beziehen. Im Zentrum des künstlerischen Forschungsvorhabens steht die eigene kuratorische Praxis: das ortsspezifische Performancefestival IMPLANTIEREN.

Betreuung:

  • ​Prof. Dr. Juliane Rebentisch
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    Christian Schuller

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Christian Schuller

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