Die Lehrveranstaltungen liefern Einblicke in theoretische Konzepte der Beschreibung und Analyse von Wahrnehmungsprozessen. Leitend für das Lehrprogramm ist zunächst die Einsicht in die elementare Bedeutung des Leibes für alle sinnlichen Aktivitäten des Menschen. Die Lehrveranstaltungen stützen sich deshalb zunächst auf entsprechende Arbeiten aus dem Bereich der Phänomenologie; daran anknüpfend stehen klassische Positionen der philosophischen Ästhetik auf dem Programm. Von hier aus richtet sich dann der Blick unter anderem auf neuere Ansätze in der Bildtheorie, Raumtheorie und in der Theorie der Medien; soziologische Betrachtungen ergänzen das Programm. Exemplifiziert werden die unterschiedlichen Diskurse wenn möglich an Beispielen aus Kunst, Design, Architektur und Alltagswelt.
Ziel der Seminare ist nicht allein die Vermittlung rein theoretischer Lehrstoffe, sondern zugleich die Förderung der Sensibilität für die Wirklichkeit der sinnlich-leiblichen Existenz im Kontext sozialer und kultureller Zusammenhänge. Es geht hier vor allem um die Herausbildung einer spezifischen Kompetenz, die den Einzelnen in die Lage versetzt, mit ästhetischen Praktiken vergangener oder gegenwärtiger Kulturen ebenso offen wie kritisch-reflektiert umzugehen.
Prof. Dr. Hans Zitko, geboren 1951 in Hamburg. Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität in Frankfurt am Main. Promotion mit einer Arbeit über Friedrich Nietzsche. Nach dem Studium Tätigkeit als freier Autor. Zahlreiche Aufsätze und Artikel in thematischen Sammelbänden, Zeitschriften und Künstlerkatalogen. Daneben zahlreiche Vorträge zu Themen der Philosophie und Kunsttheorie sowie Planung und Durchführung von Tagungen zu den gesellschaftlichen und religiösen Implikationen der modernen Kunst. Primäre Arbeitsgebiete: Ästhetik, Kunsttheorie, Soziologie der Kunst. In den letzten Jahren Arbeit an einer Studie über die medialen und sozialen Bedingungen der Kunstwahrnehmung.
Publikationen (Auswahl):
- Nietzsches Philosophie als Logik der Ambivalenz. (Reihe: Nietzsche in der Diskussion), Würzburg: Königshausen und Neumann 1991, Zugleich Diss. Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt 1989
- Die aufgehobene Offenbarung. Zum Begriff des Zufalls in der Philosophie Friedrich Nietzsches. In: Spielzüge des Zufalls - Anatomie eines Symptoms. Hrsg. von Dietrich Mathy und Carola Hilmes, Bielefeld 1994, S. 39-53
- Codierungen der Kunst: Zur Kunstsoziologie Niklas Luhmanns. In: Protosoziologie im Kontext. "Lebenswelt" und "System" in Philosophie und Soziologie. Hrsg. Gerhard Preyer, Georg Peter und Alexander Ulfig. Würzburg 1996, S. 357-369
- Kunst und Macht. Religiöse Dimensionen der modernen Kunst. In: Die Gegenwart der Kunst. Ästhetische und religiöse Erfahrung heute. Hrsg. Jörg Hermann u.a., München 1998, S. 44 ff.
- Der Ritus der Wiederholung. Zur Logik der Serie in der Kunst der Moderne. In: Dasselbe noch einmal. Die Ästhetik der Wiederholung. Hrsg. Carola Hilmes und Dietrich Mathy. Wiesbaden 1998, S. 159 ff.
- Kunst und Gesellschaft. Beiträge zu einem komplexen Verhältnis. Hrsg. Hans Zitko, Heidelberg 2001 (Tagungsband zur Tagung ‚Kunst und Gesellschaft’ im Jahr 2000 in Frankfurt am Main)
- Die Kunst und ihre gesellschaftliche Legitimation. Kritische Anmerkungen zur Kunstsoziologie Pierre Bourdieus. In: Kunst und Gesellschaft, a.a.O., S. 171-186
- Vom innengeleiteten zum außengeleiteten Charakter. Zur Differenz von amerikanischem Abstraktem Expressionismus und Pop Art. In: Kunst und Politik. Jahrbuch der Guernica-Gesellschaft. Hrsg. Jutta Held, Osnabrück 2000, S. 165-173
- Die Resistenz des Charisma. Zu den Rollenbildern des Künstlers in der Moderne. In: Richard Faber, Volkhard Krech (Hrsg.) Kunst und Religion im 20. Jahrhundert, Würzburg 2001, S. 19-34
- Rationalisierung im Dienste der Tradition. Ornament und Serie in der Kunst der Moderne. In: Ornament und Abstraktion (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Fondation Beyeler, Basel), Köln 2001
- Die irdische Hölle. Über Schopenhauer und Bruce Naumann. In: Günther Baum, Dieter Birnbacher (Hrsg.), Schopenhauer und die Künste (Tagungsband des gleichnamigen Kongresses in Frankfurt am Main 1999), Göttingen 2005, S. 201-219
- Mediale Bedingungen der Wahrnehmung bildender Kunst, in: Richard Faber, Fridhjof Hager (Hrsg.), Rückkehr der Religion oder säkulare Kultur? Kultur- und Religionssoziologie heute, Verlag Königshausen und Neumann, Würzburg 2008
- Kunstwelt. Mediale und systemische Konstellationen. Das Buch erscheint in Kürze als Bd. 191 in der Fundus-Reihe im Verlag philo & philo fine arts