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Bilder der Erinnerungen: Letzte Nacht im Club, Raucher vor der Tür, unterwegs mit Freunden, zu Besuch bei der Familie. Wie sehen die Bilder der Erinnerung aus, wenn sie mit zunehmender zeitlicher Distanz ihre Konturen verlieren, Ereignisse und Personen sich partiell überlagern oder schlichtweg vergessen werden und eine Differenzierung, eine zeitliche Verortung zunehmend uneindeutiger wird, sie sich mit der eigenen, in Ersatz tretenden Fantasie vermischen? Fotografien sind aufgezeichnete Erinnerungen, erworben mittels Kameras als Werkzeug eines Erinnerungen erwerbenden, ständig bildhaft aneignenden Bewusstseins, schreibt Susan Sontag in On Photography. Als festgehaltene Erinnerungen inventarisieren sie die subjektive Vergangenheit, werden Fotografien zu memento mori, sie erinnern an Vergangenes und an die Vergänglichkeit eines selbst, in dem sie den Zeitpunkt eines Fotos definieren, einfrieren und dadurch den unnachgiebigen Lauf der Zeit bezeugen.

In den unscharfen Bildern sieht man nur eine Hälfte des Ganzen, was nicht zu sehen ist, wird mit der eigenen Fantasie ausgefüllt. Im interpretieren lückenhafter Bilder werden unvollständige Erinnerungen an Ereignisse subjektiv ergänzt. Dabei definiert nicht das Bild das Ereignis, sondern die eigene, subjektive Vorstellung, die eigene Ideologie. Das Ereignis selbst ist von dem Dargestelltem und den Dargestellten ästhetisch distanziert, der Kontext findet sich in dieser Vergessenheit ebenso wenig wieder. Die Bilder dieser Erinnerungen verlieren ihre Signifikate und Signifikanten und emanzipieren sich von der sich erinnernden Persönlichkeit; als Fotografien sind sie universal und frei, Erinnerungen und Wahrheit (als Metapher) ihrer Betrachter zu werden.

now is blessed, the rest, remembered umfasst 17 Bilder und wurde von Prof. Martin Liebscher an der HfG Offenbach betreut.

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Visual memories: Last night at the Club, Smokers in front of the doors, out and about with friends, on a visit at the family. What do visual memories look like, when the ongoing time strips them of their details, rounding off their contours, when events and persons partially superimpose or just sink into oblivion, making it hard to differ them, when events become lesser and lesser accurately related to times past and get mixed or even substituted with one’s fantasies?
Susan Sontag writes in On Photography that Photographs are memories recorded, acquired by means of cameras, that are the tools of a constantly acquiring, pictorially appropriating mind. Like petrified memories they take stock of the subjective past, the photographs become memento mori, recalling the past and transitoriness of oneself by defining a moment in time of the photograph, freezing it and thus bearing witness of the relentless running of time.

The blurred photographs only show a half of the picture, what can’t be seen will be completed by one’s fantasy. By interpreting the fragmentary picture, the incomplete memories of events are subjectively supplemented. In doing so, the picture is not defining the event, but one’s own subjective notion, one’s own ideology. The result itself is aesthetically distanced to the depicted and the picture, the context does not get retrieved in this past too. These pictures of these memories lose their signifiers and concepts, emancipating themselves from the remembering identity. As photographs they are universal and free to become the memories and truths (metaphorically) of their beholders.

Now is blessed consists of 17 pictures and is supervised by Prof. Martin Liebscher at the HfG Offenbach.

 
Teilnehmer/Autor:
Patrick Raddatz
Kontakt:
Art der Arbeit: Semesterarbeit
Entstehungsjahr: 2008
Fachbereich: Vis. Kommunikation
Betreuer/Prüfer:
Prof. Martin Liebscher