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Systemgedanke gestern -
Systemgedanke heute -
Systemgedanke morgen


Den Bedürfnissen der Benutzer nach "individuellen" Produkten und Produkt-Vielfalt kann mit intelligenten Produktsystemen Rechnung getragen werden. Die Repetition formaler Elemente in streng aufgebauten Rastern widerspricht unserem ästhetischen Empfinden. Baugleiche Elemente können aber auch auf immer neue Weise miteinander verknüpft werden und somit unterschiedlich wirkende Produkte erzeugen.

Ein Mittel, hohe gestalterische Qualität bei Massenprodukten zu gewährleisten und dadurch die Alltagskultur zu fördern, ist die Vereinheitlichung von industriell hergestellten Gegenständen. Hohe Stückzahlen reduzieren die Kosten, können aber unter Umständen Monotonie erzeugen. Der von der "Hochschule für Gestaltung Ulm" propagierte "Systemgedanke" hat zum Ziel, Produkte in Bauelemente aufzugliedern, um eine Vielfalt von Endprodukten zu erzeugen. Die Einheitlichkeit, der Gesamteindruck von Produktfamilien, steht im Vordergrund.

Der Benutzer aber wünscht eine stärkere Produktdifferenzierung. So wurde in der "Nach-Ulm"- Zeit in den 80-er Jahren dieser Aspekt in den Vordergrund gestellt, und eine Vielzahl von Experimenten im Bereich der Produktgestaltung widmete sich dem "individuellen" Produkt. Der Entwurf eines „Einzelstücks“, eines „Unikates“ stand im Vordergrund. Die Ausstellung "Wohnen von Sinnen", 1986 in Düsseldorf, zeigte die Suche junger Entwerfer nach einer expressiven Formensprache, die die Einzigartigkeit des jeweiligen Gegenstandes betont.

Die hier gezeigten Beispiele sind Studienarbeiten, die einen Eindruck vermitteln, wie unterschiedlich die Anmutung von Produkten sein kann, wenn der Systemgedanke einen freiheitlichen Umgang zulässt. Die Systeme sind hierarchisch aufgebaut. Die Basiselemente (Grundelemente) sind technisch komplex und bilden den konstruktiven Mittelpunkt des Systems. Sie werden in hohen Stückzahlen kostengünstig produziert. Elemente, die in geringerer Anzahl hergestellt werden, ermöglichen hohe Variabilität und ergänzen die Basiselemente. Hinzu kommen Elemente mit kleineren Stückzahlen, die extrem kurzlebig und sehr individuell sein können.

Der „erweiterte“ Systemgedanke widmet sich der Suche nach "individuellen Produkten". Der hier vorgestellte Forschungs- und Entwicklungsansatz untersucht die Möglichkeiten, die neue Technologien im Fertigungsbereich und beim Vertrieb für Gestalter bieten. Produktsysteme können komplexer aufgebaut sein als bisher, und Freiraum für kreative Lösungen wird geschaffen. Diesen Freiraum zu untersuchen und experimentell zu erforschen, ist Aufgabe der Lehre.

"Folder" von Hendrik Schäfer
"Trinità" von Monika Hoffmann
"TUBsystem" von Rosaria Messina
"System 3" von Anne Kunert
"Zick - Zack" von Jens Paulus