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Diplompräsentation Visuelle Kommunikation

9. November 2012 / 20 Uhr / Aula

»Orpheus«
Bühnenstück von Teresa Rinn
Aufführung am 9. November um 16 Uhr in der HfG Studiobühne.
Das Stück ist genreübergreifendes Theater für Kinder und Erwachsene ab 8 Jahren.

Die Diplomandinnen und Diplomanden:

Daniel Jude
Andre Kirchner
Margarethe Kollmer
Laura Nickel
Teresa Rinn
Stefan Stark
Caroline Stauch
Ellen Wagner
Sabrina Winter





Teresa Rinn
Orpheus

Dreißig Pappbecher zischeln als todbringende Schlange über die Bühne, gelenkige Schreibtischlampen mit leuchtenden Pappmasken verweigern als dreiköpfiger Höllenhund dem Held den Eintritt in die Unterwelt. An einem Mast erhebt sich wehend der Fährmann Charon und am Berg flucht Sisyphos als hölzerner Hampelmann über seinen Stein und den Sinn des Lebens. Orpheus ist genreübergreifendes Theater für Kinder und Erwachsene ab 8 Jahren. Die für das Stadttheater Gießen entstandene Fassung von Andreas Mihan (Regie) und Teresa Rinn arbeitet mit Mitteln des Schauspiels, des Konzerts und des Figurentheaters. Darsteller Gunnar Seidel bespielt sämtliche Figuren, baut die Bühne um, erzeugt mit Mikrofon und Loopstation Klänge und Lieder und zeigt, wie durch einfache Mittel komplexe Welten entstehen.


Betreuer:
Prof. rosalie
Prof. Dr. Christian Janecke


„Ein Bett sieht uns zur Welt kommen und sterben; es ist der veränderliche Schauplatz, wo das Menschengeschlecht abwechselnd interessante Dramen, lächerliche Possen und entsetzliche Tragödien spielt. - Es ist eine mit Blumen umrankte Wiege - es ist der Thron der Liebe - es ist eine Grabstatt.“ ( aus: Xavier de Maistre »Die Reise um mein Zimmer«)
Laura Nickel
Untitled

Eingeschlossen in mein Zimmer, unfähig den Ort zu verlassen, lade ich meine Besucher zu mir ein, um einen Moment von Intimität zu schaffen. Sie betreten die immer gleiche Raumecke, einer tauscht den nächsten aus, alle ziehen sich vor mir aus, sind nackt, teilen ein Stück Körper mit mir, ein Stück Zeit, ein Stück Nähe. Durch die Kamera versuche ich den Moment zu bewahren. Ihre Bilder bevölkern mein Zimmer, sind blasse Abbilder von Gästen, von vergangenen Augenblicken der Intimität. Wieder und wieder werden sie abgelichtet. Ein Versuch sie festzuhalten, sie zurückzuholen, in mein Zimmer einzuschließen. Doch die abgebildeten Körper und Porträtierten werden objekthaft, schemenhaft, zwar noch erkennbar, jedoch fremd. Die entstandenen Bilder sind distanziert, entfernt von dem tatsächlichen Moment, sie entwickeln in der Schichtung von Raum und Zeit eine ganz eigene Ästhetik, ein Eigenleben.

Mutter Natur
Ein Film von André Kirchner & Caroline Stauch

Der Ökowahn hält Einzug. Alles muss Bio sein. Das nervt. Natur wird zum glorifizierten Luxusartikel im „Bionade-Biedermeier“. Dabei unterschlägt das geschönte Bild von Natur ihren eigentlichen Kern, nämlich dass sie einfach ist. Der Kurzspielfilm erschüttert auf sarkastische Weise ein Idealbild. Die tiefschwarze Komödie kratzt am Rande des Möglichen, spielt mit Glaubwürdigkeit und zu 95 Prozent im Wald. Hier kann die schizophrene Mutter Natur schalten und walten - in ihrer Unberechenbarkeit, Schönheit, Erfindungskraft und Brutalität. Krächzend rollt die irre Furie durch das Gehölz. Doch nehmt euch in Acht, denn Umweltsündern wird sie ein bitteres Ende bereiten. Wahn, Witz und Wald.

Betreuer:
Prof. Rotraut Pape
Prof. rosalie
Prof. Dr. Juliane Rebentisch
Prof. Dr. Marc Ries


Ellen Wagner
Ovids Metamorphosen

Ein Klassiker der Kulturgeschichte sind die »Metamorphosen« des Ovid (Originaltitel: »Metamorphoseon libri«, ca. 1-8 n. Chr.).
Tausendfach von der bildenden Kunst adaptiert, begegnen uns die Verwandlungsgeschichten vor allem in mittelalterlichen und barocken Werken. Eine ganz und gar eigene, zeitgenössische Interpretation zeigen die siebgedruckten Illustrationen von Ellen Wagner. Die Siebdruckserie führt den Betrachter mit einem Augenzwinkern an die mythologischen Geschichten heran, ohne dabei die tiefgründige Bedeutung des Textes aus den Augen zu verlieren.

Betreuer:
Prof. Sascha Lobe
Prof. Dr. Hans Zitko