Eine Promotion im Fach Designwissenschaft zielt auf die Erforschung und Erweiterung von Designtheorie und -geschichte, Ästhetik und Wahrnehmungstheorie sowie Kultur- und Technikgeschichte. Der Forschungsschwerpunkt liegt hierbei im Bereich der Produktsprache und der Produktsemantik. Dies umfasst insbesondere designrelevante Forschung im Bereich Ästhetik und Semiotik (Semantik und Symbolik). Darüber hinaus erweist sich der Umgang der Nutzer mit den Produkten als ein immer wichtiger werdendes Forschungsfeld. Bedeutung entsteht sowohl auf einer rein symbolischen Ebene als auch im alltäglichen Gebrauch. Die Mensch-Objekt-Interaktion stellt damit ein weiteres Forschungsthema dar, das schwerpunktmäßig an der HfG verfolgt werden soll.
Diese Forschungsschwerpunkte versprechen nicht nur neue Erkenntnisse im sich konstituierenden Feld der Designwissenschaften, sondern hat zugleich wichtige Rückwirkungen auf die Designausbildung. Damit wird an Kenntnisse und Vorarbeiten der Hochschule angeknüpft: In den 1980er Jahren wurde ein Offenbacher Ansatz der Produktsprache entwickelt, der seither eine international hohe Reputation erlangt hat und große Aufmerksamkeit der design research community erfährt.
Während international der Bereich design research bereits seit rund zwei Jahrzehnten institutionalisiert ist (universitäre Institute, Fachkongresse, Fachgesellschaften), hat der Prozess der Konstituierung einer Designwissenschaft in Deutschland erst begonnen. Der Bedarf an einer Verwissenschaftlichung des Design steigt zunehmend, weil dessen Bedeutung im Kontext jüngster kultureller, ökonomischer, sozialer und technischer Entwicklungen immer größer wird. Sowohl seitens der Politik und der Wirtschaft, wie auch seitens der Designausbildenden an den Kunsthochschulen und Universitäten wird dies immer stärker betont.