Das Lehrgebiet Bühnen- und Kostümbild wird seit 1995 von Frau Prof. rosalie vertreten. Unterstützt wird der Untericht von Nina Zoller, Lehrerin für Besondere Aufgaben, und weiterhin durch Lehraufträge für Dramaturgie & Theatergeschichte und Bühnentechnik. Seit einigen Jahren wird auch eine intensive Zusammen- arbeit mit der Klasse für Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main - der zweiten Kunsthochschule des Landes Hessen - praktiziert.
Die Entscheidung des auf interdisziplinäre Verzahnung aller Lehrgebiete bedachten Fachbereichs Visuelle Kommunikation für die Bühnenbildnerin Rosalie hatte ihre guten Gründe: Die künstlerische Konzeption des Bühnen- und Kostümbildes von Frau Prof. Rosalie basiert auf der Aktivierung und Anwendung markanter, moderner plastischer und visueller Elemente für die Theaterbühne. Charakteristisch für den, auf formale Strenge und Reduktion ausgerichteten Stil von Rosalie ist ihre Vorliebe für kinematische Maschinerien, technoide Werkstoffe und modernste Lichtquellen. Eine eindrucksvolle, fast will man sagen: programmatische, Demonstration ihres Bühnenraumbegriffs und ihres innovativen Materialrepertoires hat Rosalie kürzlich mit ihrer Ausstattung der letzten Bayreuther »Ring des Nibelungen«-lnszenierung (Regie: Alfred Kirchner, Musikalische Leitung: James Levine) realisieren können. In Rosalies Interpretation der tradierten Richard-Wagner-Mythologie werden die Walküren in elektronisch gesteuerten, in metallisches Neonflackern getauchten High-Tech-Flugwerken mit rasender Geschwindigkeit durch den Bühnenraum bewegt; Rosalies deutscher Waldhimmel in »Siegfried« besteht aus Hunderten von grün schimmernden Sonnenschirmen, die von einer komplizierten Pneumatik zum leise atmenden Rauschen gebracht werden. Solche visuellen Visionen sind aber bei einer Bühnenbildnerin auch nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass ihre künstlerischen Wurzeln in der Malerei, Skulptur und Installation liegen. Oder wenn man weiß, dass sie in ihrem Stuttgarter Atelier gleichzeitig z. B. Tafelbilder entwickelt, deren glitzernde Farboberflächen aus modernsten Kunststoffgranulaten erarbeitet werden ...