Der Studienschwerpunkt Medien umfasst die Lehrangebote zu den heute bereits klassischen apparativen Bildtechnologien »Fotografie« und »Film/Video« und die seit etwa einem Jahrzehnt rasant expandierenden und immer größere Bedeutung erlangenden elektronischen Bildtechnologien der »Neuen Medien« Video und Computer.
Fotografie
Im Kontext der an der HfG gelehrten Berufsfelder fungiert das Lehrgebiet Fotografie als eine zentrale Basisdisziplin, die sowohl den angewandten Einsatz des Mediums Fotografie in dem heute sehr komplexen Bereich des Grafik-Designs betreut als auch seine autonome Verwendung auf dem Gebiet des frei künstlerischen Lichtbildes vermittelt. Selbstverständlich stellt die Fotografie auch einen Einstieg in die Auseinandersetzung mit den spezifischen Gesetzmäßigkeiten des filmisch bewegten Bildes und der Techniken der Reprografie dar. Die Lehre auf den Gebieten der Fotografie trägt diesen unterschiedlichen Anforderungen der vier Studienschwerpunkte Rechnung, indem sie sowohl die Vermittlung der technisch-handwerklichen Grundlagen des Faches berücksichtigt als auch die Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Potenzial des Mediums und den theoretischen Grundfragen fördert. Da die Disziplin Fotografie jedoch in der Struktur der Lehrangebote des Fachbereichs Visuelle Kommunikation keinen autonomen Studiengang darstellt, ist das Studium der Fotografie an der HfG Offenbach mit der Ausbildung an einer speziell berufsqualifizierenden Fotografenschule bzw. Fotografiehochschule nicht vergleichbar, sodass wir junge Leute, die speziell Werbe-, Mode- oder Sachfotografie erlernen wollen, ausdrücklich auf solche Institutionen verweisen.
Film/Video
Ähnlich wie die Lehrangebote zur Fotografie konzentriert sich auch das Lehrgebiet »Film und filmisches Video« an der HfG auf die künstlerischen Formen der bewegten Bildsprache, also auf die Sparten Dokumentarfilm, Kurzfilm, Spielfilm, Zeichentrick- und Animationsfilm, Experimentalfilm, schließlich Videoclip und Videotape, Videofilm ... Die Filmausbildung an der HfG Offenbach ist über ausgeklügelte Studienpläne gut durchorganisiert und aufgrund eines die Theorie und Praxis eng verzahnenden Curriculums mit dem Studium an einer größeren Filmhochschule vergleichbar. So entwickeln die Offenbacher Filmstudenten im Verlauf ihres Studiums nicht nur eine persönliche Konzeption des modernen Films, sondern eignen sich auch die speziellen Aspekte des Filmhandwerks wie Kamera, Schnitt, Montage, Ton etc. so weit an, dass sie nach dem Diplom ihr »Brot« gegebenenfalls mit diesen Qualifikationen verdienen können. Auch das filmische Video mit allen seinen experimentellen Spielarten wird an der HfG im Zusammenhang mit dem Erlernen eines filmischen Basiswissens und seiner Erprobung in mehreren 16-mm-Produktionen erforscht und vertieft. Da aber die Hochschule zurzeit noch nicht über die kostspieligen professionellen Gerätestandards der Industrie für Videoproduktionen verfügt, sind die Studenten häufig auf die Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen aus dem Frankfurter Raum angewiesen.
Elektronische Medien
Mit der Ausschreibung einer Professur für »Elektronische Bilderzeugung« und der Besetzung dieser Stelle mit Bernd Kracke wurde das Lehrangebot des Studienschwerpunkts um die »postmodernen« Bildtechnologien und neueste künstlerische Forschungsfelder erweitert: Videoinstallation und Videoskulptur, Klangmaschinen und Audiokunst, Computerkunst, Computergrafik, digitale Bildsimulation und Animation ... Auch in diesem Fall der Instrumentalisierung der synthetischen Bildtechnologien für künstlerische Grundlagenforschung verfolgt die Offenbacher HfG ein anderes Konzept, als z. B. die heute so verbreiteten Neugründungen von Medienhochschulen: Die ästhetische Innovationsenergie der Neuen Medien, ihre Leistungskraft für zukünftige Formen von Grafik, Malerei, Skulptur und Installation, Bühnenbild, Film und Bewegungssimulation, für Design und Öffentlichkeit, werden an der HfG Offenbach nicht im technizistischen Selbstbezug, sondern im bewussten Dialog mit den traditionellen Kunstmedien erforscht und weiterentwickelt.