Der Studienschwerpunkt Kunst konzentriert sich auf die Vermittlung und Ausübung klassischer wie zeitgenössischer Disziplinen bildender Kunst: Zeichnung, Malerei, Bildhauerei, Raum. Das Lehrangebot ist möglichst aktuell und weit gefasst. Verstärkt durch wechselnde Lehraufträge und Kompakt- seminare mit Künstlergästen, ergänzt durch Lehrangebote aus den anderen Studienschwerpunkten und aus dem Theoriebereich, bietet es vielfältige Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit allen heute üblichen und möglichen Formen, Medien und Techniken der freien künstlerischen Arbeit: figuratives, freies und konzeptuelles Zeichnen, Radierung, Lithografie und Siebdruck, traditionelle und experimentelle Malerei, Künstlerfotografie und Künstlerfilm, Bildobjekte, Objekte und Installationen, Skulptur und konstruktive Plastik, Aktionen und Projekte im öffentlichen Raum etc. Im Bereich elektronischer Bilderzeugung stellen künstlerische Experimente auf dem Gebiet »Neue Medien« (Videoinstallation und Videoskulptur, digitale Bilderzeugung und Computerkunst ...) ein wichtiges, innovatives Arbeitsfeld dar.
Entsprechend dem Offenbacher Modell künstlerischer Interaktion liefert das experimentelle Arbeiten auf dem Gebiet der freien Kunst wichtige innovative Impulse für die Arbeits- und Forschungsgebiete des Bühnenbildes, des Films und des Kommunikationsdesigns. So fungiert der zweckfreie, unter ständigem Innovationszwang in privat-persönliche Bildwelten und traditionslose Bildräume vorstoßende Arbeitsmodus des freien, künstlerischen Denkens als eine wichtige Herausforderung an die häufig auf bewährte Formenrepertoires und konventio- nelle Zeichensysteme zurückgreifenden Bildtechniken der zweckgerichteten Kunstdisziplinen. Durch selbstständiges und aktives Forschen auf den Gebieten der freien Imagination erschließen sich auch die Studierenden der angewandten Studienschwerpunkte neue Kreativitätspotenziale, die in der Regel außerhalb der Arbeitsmethode ihres Faches liegen.
Künstler sein ...
Der Studiengang im Studienschwerpunkt Kunst intendiert die Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses. Der Erwerb einer Diplomurkunde an einer Kunsthochschule macht jedoch aus keinem Absolventen automatisch einen Künstler. Diese Identität muss nach dem Abschluss des Studiums in professioneller Konfrontation mit zeitgenössischem Kunstgeschehen, in eigenständiger Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorgängen und durch sensible Selbstfindung erst mühsam erworben und stets aufs Neue behauptet werden. Da die Identität des Künstlers also hauptsächlich durch selbst- formulierte Ansprüche an die Form und Substanz der eigenen Persönlichkeit durch diesen selbst geschaffen wird, kann die Ausbildung von Künstlern an einer Kunsthochschule nur durch die Freiheit der Information, Diskussion und der Möglichkeit zu ungehindertem, geschütztem Arbeiten organisiert werden. Das Ziel ist die allmähliche Herausbildung eines eigenständigen Bildes von Realität und des Bewusstseins für die Komplexität der Welt und ihrer Bilder.