Farbe: Theorie und experimentelle Praxis
Farbe ist keine Eigenschaft eines Gegenstandes oder des Lichtes, sondern Resultat der Beobachtung, Beschreibung und Erklärung eines Beobachters.
Statt von Farbeigenschaften zu sprechen, müssen wir darüber sprechen, wie das kognitive System eines bestimmten Beobachters die Begriffe von Farbe und Farbeigenschaften konstruiert und in bestimmten sozialen Situationen verwendet.
Humberto Maturana, Francesco Varela Der Baum der Erkenntnis, München 1987
Bei der Farbwahrnehmung und Farbempfindung gehen in diesen kreativ-kognitiven Prozess unterschiedliche und sich überlagernde Aspekte ein: die biologische Ausstattung, die individuelle Lerngeschichte, sowie soziale Traditionen, Normen und Werthaltungen.
Farberlebnisse sind eingebunden in einen räumlichen, sozialen und kulturellen Kontext. Ziel der Auseinandersetzung mit "Farbe" ist eine Sensibilisierung für diese Wechselbeziehungen, die damit verbundenen Deutungen und der gestalterische Umgang – nicht nur, aber vor allem bezogen auf Anwendungen im Bereich der Produktgestaltung.
Das Lehrangebot umfaßt ein Seminar im Grundstudium und ein Projektangebot im Hauptstudium. Ein interkulturelles Projekt für das Aufbaustudium ist in Vorbereitung.